Review

Ich bin hin- und hergerissen, was diesen gestellten Wackelkamera-Ausflug eines neugierigen US-Amerikaners mit Todeswunsch in das geheimnisvolle Afghanistan anbelangt. Manche Quellen behaupten, dass die Macher ihren ambitionierten Streifen von 2004, als der Krieg gegen den Terror noch ganz frisch war und der ganze Wahn rund um Found Footage und Mockumentaries erst noch richtig loslegen sollte, tatsächlich vor Ort im Feindesland drehten und dabei ihr Leben riskierten. Andere Stimmen hingegen behaupten, das Ding wäre bloß im sehr viel sicheren Indien gefilmt worden - von Gefahr keine Spur. Der Zwiespalt setzt sich auf inhaltlicher Ebene fort: Die Darstellung der schwierigen und undurchsichtigen Lage im Land und die deprimierende Armut werden extrem realistisch dargestellt. Doch wenn der unvernünftige Protagonist auf seinem Selbstfindungstrip (inklusive esotherischer orientalischer Klischeemusik) immer mehr zum Möchtegern-Rambo mutiert und gegen Ende in der Egoshooter-Perspektive durch ein Höhlensystem wuselt und dort die bösen Taliban abknallt, dann wird der Bogen ganz eindeutig überspannt. Die wenigen Schießereien sind übrigens sehr intensiv und fast schon ein Highlight im POV-Genre. Der ganze Rest aber ist recht eintönig und hat einen allenfalls geringen Unterhaltungswert.

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