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Nachdem die gutmütige alte Dame, Emily, den etwas unheimlichen Nestor als Untermieter aufgenommen hat, bemerkt auch ihr Sohn Clay nach einer Weile seltsame und schockierende Veränderung an seinem Muttchen. Als er ihr und Nestor eines Nachts folgt,, als sie sich aus dem Haus schleichen, muss Clay entsetzt feststellen, dass beide Menschen zum fressen gern haben.

Also wenn einem jahrelanges Schauen von Horrorfilmen etwas gelehrt hat, dann sicher, das man niemals und unter gar keinem Umständen Zimmer an Personen untervermietet, die sich mit kehliger Stimme und Sonnenbrille vorstellen und schon zweimal nicht, wenn sie aussehen wie Brion James. Diesen Grundsatz kannte liebe gutmütterliche alte Dame Emily offensichtlich nicht und wird zum Dank vom neuen Bewohner in eine Art Vampirzombie oder ähnliches verwandelt.
So ist sie tagsüber die fürsorgliche Granny, verwandelt sich aber des Nachts in einen Fleischsüchtigen Dämon, der für seinen Hunger bald eine Reihe von Menschen auf dem Gewissen hat. Das entgeht aber nicht dem braven Sohn Clay, der bald hinter das Geheimnis kommt. Körper durchbohren hilft bei der Tötung von Nestor genau so wenig wie die berühmten Kopfschüsse. Lediglich Feuer erweist sich als echtes Killerargument, mit dem Nestor auch nach etwa 30 Minuten entsorgt wird.
Den Hauptteil der Handlung verbringen wir mit Clays innerem Konflikt. Was tun mit der lieben Mutter, die nach wie vor tagsüber brav strickt und Kekse backt, nachts aber zur reißenden Bestie wird. Hier liegt aber auch schon das Problem des Films. Es wird einfach zuviel geredet. Dazu kommen noch Ehe- und Jobprobleme, die wenig Interesse wecken und den nervigen Subplot mit der Schwester löst zum Glück Mama persönlich (Mahlzeit, sag ich nur).
Der Film nimmt sich dabei zu keiner Sekunde wirklich ernst, ist aber einfach zu lahm und bieder um entweder als Horror oder als Komödie durchzugehen. Horrordrama wäre da eher die richtige Schublade, bei der mal ein wenig Blut fließt, aber niemals den Zuschauer wirklich mitreißt. Mom wirkt da eher wie behäbiger TV-Horror, wobei es auch nicht wirklich hilft, das die nette alte Dame trotz gutem Make-up nur geringes Gefahrenpotential ausströmt, der möchte man eher die Strickjacke reichen, stat vor Angst wegzulaufen.
Es hat schon seinen Grund, das kaum einer das Ding hier noch kennt. Das Konzept ist viel zu einfach. Man nehme jemand, dem man blind vertrauen könnte und verkehre ihn bzw. sie ins Gegenteil und gebe noch einen Schuß familiäre Emotionen dazu und fertig. Ein wenig mehr Action und etwas weniger Rahmenquark und der Film hätte zumindest ganz interessant werden können. Mom ist jetzt zwar nicht schlecht geworden, aber auf Dauer einfach zu unspektakulär.
4/10

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