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Ein zeltförmiges Flugobjekt mit einer bunt gemischten Horde von Clowns landet in einer Kleinstadt und macht sich über deren Einwohner her, um ihren Blutdurst zu stillen, doch eine kleine Gruppe junger Menschen stellt sich den außerirdischen Killerkomikern.

Wem beim Originaltitel "Killer Klowns from Outer Space" nicht ein vorfreudiges Lächeln übers Gesicht huscht, bei dem dürfte sich während des Filmes auch kein Spaßgefühl einstellen, denn das, was der Titel erwarten lässt, das bekommt man auch, nämlich eine abgedrehte Komödie, die, wenn sie im Fernsehen laufen würde, Marcel Reich-Ranicki endgültig an der Qualität des TV-Programms verzweifeln lassen würde.
Die Geschichte ist einfach gehalten. Zu Beginn kommen die Clowns in ihrem Zelt auf die Erde gedüst und wir lernen die menschlichen Hauptfiguren kennen. Da hätten wir das junge Paar, das Zeuge der Landung der außerirdischen Lebensform wird und das versucht, Behörden einzuschalten, doch natürlich will ihnen niemand glauben, so dass sie sich zusammen mit einem Juniorsheriff, der mal mit der jungen Frau zusammen war und einem unbeholfenen Bruderpaar, das sich einen Eiswagen zulegt, um Mädels abzuschleppen, was natürlich nicht funktioniert, gegen die Invasoren zur Wehr setzen. Die darstellerischen Leistungen sind so lala, aber passen meiner Meinung nach sehr gut zu dem kostengünstig umgesetzten Filmchen, das sich zu keiner Zeit selbst ernst nimmt.
Und hier haben wir dann auch die ganz große Stärke des Streifens. Es wimmelt nur so von abgefahrenen Ideen, dass es eine wahre Freude ist. Die Geschichte an sich geht ja schon auf keine Kuhhaut, doch den Machern fallen immer wieder Absurditäten ein, was dazu führt, dass man als Freund von Unfug über die gesamte Laufzeit bestens unterhalten wird. So gehen die Clowns, die ihre Opfer mittels einer comichaften Strahlenwaffe in Zuckerwatte verwandeln, welche sie mit Hilfe eines Riesenstaubsaugers in ihr Zeltraumschiff befördern, wo sie das Blut aus den Ballen mit einem lustig gebogenen Strohhalm trinken, bei ihrer Opferbeschaffung sehr kreativ zu Werke. Hier wird aus Luftballons ein Köter gebastelt, welcher dann tatsächlich als Bluthund funktioniert, ein Kasperletheater wird für den Zuschauer zur Todesfalle ebenso wie die Pizzalieferung, das Schattenspiel an der Bushaltestelle, bei dem der Schattendino die amüsierten Zuseher verschlingt oder die menschenzersetzende Tortenattacke. Hinzu kommen witzige Einfälle wie die Fahrt auf einem unsichtbaren Gefährt, die Verwendung einer Leiche als Bauchrednerpuppe, clownsköpfige Schlangen, die aus Popcorn schlüpfen und und und. Auch die Sets und die Kostüme sind abwechslungsreich und farbenfroh ausgefallen und vor allem im Raumschiff gibt es Einiges zu entdecken.
Wie gesagt, umgesetzt ist das Ganze nicht hollywoodmäßig durchgestylt und man sieht dem Film das fehlende Budget an, doch der Ideenreichtum lässt einen das nicht übel nehmen. Das erinnert einen an Peter Jacksons "Bad Taste", der mit Liebe zu Abgefahrenem ohne großes Geldverpulvern einen großartigen Alieninvasionsspaß geschaffen hat, wobei der Blutgehalt bei "Space Invaders" dagegen minimal ausgefallen ist. Das Härteste dürfte der abgeboxte Kopf des Rockers sein, doch dies ist so unblutig ausgefallen, dass es keinen Gorehound hinter dem Sofa hervorlocken wird.

Insgesamt ist "Space Invaders" eine durchweg unterhaltsame Alienhorrorkomödie mit vielen einfallsreichen Ideen, die einem die Zeit wie im Fluge vergehen lassen.

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