Zu später Stunde nochmal tief in die Mottenkiste des Exploitation-Kinos gegriffen und dieses Machwerk herausgefischt, dass passenderweise der Debütfilm von Bethel Buckalew ist, dessen nette Sexkomödie "Der Fummeltick der jungen Sally" ich heute ebenfalls schon besprochen habe. "Revenge of the Virgins" ist eine Mischung aus Billig-Western und Nudie Cudie, knapp eine Stunde lang, jedoch langweilig ohne Ende.
Die Story ist bezeichnenderweise so dünn wie Bekleidung der weiblichen Darsteller, die außer einpaar Lendenschürzchen nichts tragen. Nur soviel: Ein Trupp Cowboys macht sich in die Wälder auf, um nach einer Goldader zu suchen. Dabei haben sich nicht mit einem Stamm halbnackter Indianerinnen gerechnet, der sich gerade mit allem und jedem auf dem Kriegsfuß befindet...
Trotz seiner relativ kurzen Laufzeit ist "Revenge of the Virgins" nur schwer durchzusitzen, denn der schwarz/weiß-Streifen ist schlichtweg öde und ereignislos: Man sieht einpaar barbusiger Mädels durchs Gestrüpp schleichen, einpaar Cowboys am Lagerfeuer sitzen, die Indianerinnen ein Kriegstänzchen und am Ende alle tot machen - das wars. Ansonsten ziehen sich die Szenen wie Kaugummi, Sekunden werden zu Minuten. Zugebenermaßen ist der Film von seiner technischen Seite (Kamera, Schnitt etc.) recht gut gemacht, dafür geht am Ende alles aus wie das Hornberger Schießen.
Die Mädels sind zwar hübsch anzusehen, wer aber darauf steht, topless chicks mit Indianerschmuck zu sehen, findet in den unendlichen weiten des Sexploitation-Westerns überaus besseren Stoff (z.B. Lee Frost´s "The Scavengers - Die Aasgeier" bzw. den zeitnah gedrehten Russ Meyer-Film "Die wilden Mädchen des nackten Westens"). "Revenge of the Virgins" ist letztendlich nur Leuten mit unerschütterlichem Sinn für alle Kuriositäten dieser Kinowelt oder Menschen mit zuviel Zeit zu empfehlen. 3 von 10 Punkten.