Die 70er (und später die 80er) waren nochmal ganz groß, dem Tierhorror eine neue Variante abzugewinnen, nicht zuletzt mit dem Einbindung von Umweltzerstörung und Naturschutz – also arbeitete man sich an allen möglichen Sorten, Rassen, Klassen und Vielbeinern ab.
Ein bisschen geringschätziger fällt der Umgang mit den geliebten Vierbeinern, den Hunden, aus, denn die haben nun mal keinen großen Exotenbonus und hat man einen beißwütigen Hund gesehen, kennt man doch alle, „Cujo“, den Baskerville-Bello und den „weißen Hund von Beverly Hills“ mal als klassischen Stoff vorausgesetzt.
Zwischendurch wurden die flauschigen Fährtensucher aber auch weiter eingesetzt und das führte zwischen Ameisenimperien, Naturaufständen und kampfbereiten Känguruhs zu einigen Kuriositäten, über deren Vergessen noch mal Gericht gesessen werden sollte.
Es gibt aber auch Vierbeinerfilme, die eindeutig vor die Hunde gingen und ein besonders räudiger Vertreter dieser Art ist der unsägliche „Mongrel“, was auf gut deutsch nichts anderes als „Mischling“ bedeutet. Man bekommt diese schäbige Gurke in schlechtestmöglicher VHS-Qualität auch heute noch im Netz, aber bei aller Liebe wäre das auch einer dieser Filme, die man beim besten Willen nicht noch einmal auswerten sollte, egal auf welchem Medium.
Diese den Teppich vollhaarende Mischung aus Fraternity-Comedy und Tierhorrorslasher wurde für ein munteres Mininaturbudget irgendwann so um 1982 runtergekurbelt, um am VHS-Boom teilzuhaben und sieht dann auch dementsprechend billig aus. Er wäre auch schon komplett vergessen, würde Aldo Ray nicht in zwei Szenen mal sein miesepetriges Gesicht in die Kamera halten und würde ein gewisser Mitch Pileggi (ja, derer von Akte X und Wes Cravens „Shocker“) in einer seiner ersten Rollen hier kein formvollendetes Redneck-Fun-Arschloch geben.
Der Plot ist so windschief wie schnell erzählt. Irgendein profilarmer blonder Frischling namens Ken bezieht als Ersatz für einen Kumpel ein Zimmer in einem klapprigen Boardinghouse. Die meisten Insassen haben frisch einen an der Waffel, finden sich und ihre Scherze aber urkomisch und haben eine gute Zeit mit ihren schrägen Hobbies. Darunter leidet nur der erorm verklemmte und total schisshasige Jerry, mit dem sich Neuling Ken seltsamerweise anfreundet. Allesamt haben sie ein freundlich Auge auf die hübsche Sharon geworfen, die sich rühmen kann, als einzige hier noch so etwas wie Empfindungsvermögen zu besitzen, warum sie dann zur Filmmitte hin auch aus der Butze auszieht. Also leider nicht sich, sondern nur aus dem Haus.
Noch was? Ach ja, einen Hund muss es ja auch geben.
Der heißt im Original „Brute“, ist ein schwarzer Wuschel und bellt und kläfft etwa 39 Stunden am Tag. Gehören tut er Ike und Ike sieht aus wie die Borat-Version von Weird Al Yankovich. Aber immer noch besser als Pileggis großmäuliger Penny-Redneck, der gedrungen rumchargiert, als gäbe es kein Morgen.
(Gibt es auch nicht!)
Die Sache läuft dann so: bei irgendeiner unwichtigen Gelegenheit beißt der Hund zu und wird anschließend sicherheitshalber von den Insassen erschossen. Ike gefällt das natürlich überhaupt nicht. Dann kocht die Eifersucht bzgl. Sharon in allen hoch und der nächste „Prank“ geht irre schief und der scheinbare Protagonist Ken verabschiedet sich mit einem echten Schocker in die nächste Welt.
Doch der kleine Klemmer Jerry ist überzeugt, dass er nachts immer noch einen blutgierig bellenden Hund hört und alsbald fallen die Mitbewohner um ihn herum wie die Fliegen.
Natürlich glaubt hier niemand im Publikum auch nur 20 Sekunden, dass wir es wirklich mit einem untoten Werwolf-Fiffi oder Ähnlichem zu tun haben, aber wie sich in langen 80 Minuten+ herausstellt, hat Jerry sich erfolgreich eingeredet, dass in ihm die Bestie wohnt und nun zerkaut er alle Anwesenden im Halbdunkel, sobald er sie heraus lässt. Dabei wackelt die Kamera ungelenk und es tröpfelt rote Soße, aber viel schlimmer ist, dass der Film diese „Enthüllung“ rund um Jerry bis zum Kellershowdown zurückhält, bis wirklich alle Zuschauer verärgert oder eingeschlafen sind.
Am Ende greift der motzigste Anwesende zur Schrotflinte, aber bis dahin war ich eigentlich schon dahingeschlummert, denn weder existiert hier ein Spannungsbogen, noch findet sich Erquickliches zur Charakterentwicklung.
Wer also Horrorhunde sucht, findet die hier nur auf der Tonspur, der wahre Horror sind die Dialoge und sonstigen Entwicklungen, die die Anwesenden dazu veranlassen, auch nach 2-3 Toten in Grund, Boden und Garten noch im Haus zu verbleiben.
Ich habe jedenfalls herzhaft gegähnt und würde mich freuen, wenn man den Grillkäse hier von „Mischling“ in „Bastard“ umbenennen würde. Als Einschlafhilfe: 2/10.