Yako macht mit seiner frisch angetrauten und schwangeren Frau Urlaub in Mutter Natur, doch ein dutzend Halunken fallen über das Paar her und vergewaltigen die Frau mit tödlichen Folgen für diese. Das lässt Yako nicht auf sich sitzen und begibt sich auf Rachetour, um den Tätern ihre verdiente Strafe zu Teil werden zu lassen.
Nach "Eine Frau kennt keine Gnade" ist dies nun der zweite Beitrag in der cmv Trash Collection aus mexikanischen Landen, der sich dem Rape and Revenge Thema annimmt.
Die erste Hälfte des Streifens schafft die Hintergründe für das Paar (Beruf, Charakter, Heirat und Schwangerschaft) und lässt die beiden in die Idylle der Natur reisen. Hier kann einen leicht ein Gefühl der Langeweile übereilen, denn das Geschehen zieht sich etwas hin und wird mit unnötigen (aber ungewollt komischen) Szenen wie dem Streit zwischen Yako und seiner Geliebten, der sich kurz darauf wieder legt oder dem Philosophieren über die Zukunft der Welt und der Kinder gestreckt.
In der zweiten Hälfte geht es dann Schlag auf Schlag und es wird geraped und revenged im Minutentakt. Hier wird dem begierigen Zuschauer einiges geboten, auch wenn die Logik weit in den Hintergrund tritt. Yako schnappt sich nach und nach die Verantwortlichen für den Tod seiner Frau und beweist bei deren Bestrafung viel Einfallsreichtum. Neben dem üblichen Kugeltod gibt es Aufspießen auf nem hervorstehenden Ast, Erhängen, Stachelfallen von oben und von unten, Ertränken, Versumpfen, Steinschlag, Tod durch Springen aufs Opfer aus luftiger Höhe, den Einsatz eines selbstgezimmerten Flitzebogens, der den gesamten Körper beansprucht und viele andere Dinge, die Mutter Natur hergibt und die ich vergessen habe. Im Grunde läuft hier alles nach dem selben Muster ab (Yako schnappt sich einen aus der Gruppe, die sinniger Weise niemals zusammenbleibt, balgt sich vereinzelt mit diesem oder plaudert kurz noch mit ihm und lässt dann Taten sprechen), aber langeweilig wirds dabei meiner Meinung nach nicht. Nur die Idee mit der weiteren Gefangenen, die Yako natürlich aus den Fingern der Schänder rettet (kein Wunder wenn diese das Mädel ohne Bewachung zurücklassen) und mit der sich Yako sicherlich trösten wird, wenn ich die Schlusseinstellung richtig interpretiert habe, hätte nicht unbedingt Not getan.
Tja, die Darsteller sind nicht besonders, müssen aber auch keine großartig vielschichtigen schauspielerischen Leistungen vollbringen. Die Worte, die sie von sich geben, sind ebenfalls nicht immer überzeugend und die günstige Synchronisation trägt viel dazu bei, dass man an sich dramatische Szenen, wie die Vergewaltigung oder das Russische Roulette, nicht unbedingt ernst nimmt.
Musikalisch wurde bei einigen Szenen auf bekannte klassische Stücke zurückgegriffen, beispielsweise wenn Yako seinen Entschluss zur Rache gefasst hat und entschlossen durch den Wald tapert (hier erklingt das Stück, welches auch Sarah Connor in einem ihrer Songs verwurstet hat) oder als Yako sich mit dem Anführer der Bande prügelt (hier ist das Stück zu hören, welches auch häufig im "Toxic Avenger" erklingt). Der Einsatz dieser Melodien wirkt auf mich befremdlich und Fehl am Platze. Ansonsten herrscht typischen 80er Jahre Gedudel vor.
Insgesamt bekommt man mit diesem Werk eine Mischung aus "Ein Mann sieht rot" und "Rambo" in der billigen Variante. Wie schon bei "Eine Frau kennt keine Gnade" fällt der Inhalt sehr überschaulich (bei "Yako" sogar noch überschaulicher als bei der weiblichen Version) aus, aber dafür gibt es nach dem zögerlichen Anfang ordentlich aufs Mett. Trashies und B bis C Action-Anhänger sind hier gut bedient.