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Rocksänger Vince Roberts alias Vince Raven (Alice Cooper) kehrt nach zwanzig Jahren in sein Heimatdorf zurück, um da seinen neuesten Videoclip zu drehen. Denn Vince ist ein Star und Stars brauchen Videos. Auf der Fahrt zu dem öden Kaff, von dem man im Film nicht wirklich etwas zu sehen bekommt, erfahren sie von fiesen Hunden, die einige Menschen angeknabbert haben. Vince erinnert dies an die schrecklichen Ereignisse von vor 20 Jahren. Die lieben Nachbarn haben damals nämlich den Papa von Vince tot gemacht, weil sie der Meinung waren, das Papa ein Werwolf ist. Uhhhhhhhhhhh! Und jetzt kehrt das Grauen mit Vince zurück in das Dorf und auch die Nachbarn stehen bald wieder auf der Matte. Aus dem beschaulichen Videodreh wird ein Horrortrip.

Zu Beginn möchte man gern der Täuschung anheim fallen, bei diesem Film handelt es sich um ein bloßes Vehikel für die Musik von Alice Cooper. Doch dem ist nicht so, denn die gebotene Musik zählt meiner Meinung nach nicht zu Alice Cooprs Großtaten. Eher fühle ich mich an schwächere Alben wie „Flush the Fashion“ zum Ende der 70er oder Anfang der 80er Jahre erinnert. Aber das ist nur halb so schlimm. Denn Alice hat in diesem Film einiges zu bieten. Ganz groß sind die heute eher peinlichen Videoclips im Film. Aber ich als Freund solcher halbpeinlicher Filmchen habe mich köstlich amüsiert. Auch Alice an sich macht einen gewohnt starken Eindruck, denn er als Darsteller ja fast immer hinterlässt. Schließlich ist er ja auch ein super Akteur auf der Bühne bei seinen eigenen Shows.
Doch zurück zum Film. „Monster Dog“ ist eigentlich nur ein kleiner B-Film. Nichts Besonderes, nichts Aufregendes und halbwegs solide abgedreht. Aber eben nur halbwegs. Alles in diesem Film bewegt sich im soliden Mittelfeld. So hat der Kameramann einige wirklich gelungene atmosphärische Bilder eingefangen und auch die Sets sind schon fast so etwas wie gruselig anzusehen. Leider, leider sieht man den Mangel an nötigen finanziellen Mitteln. Hätte etwas mehr Bares zur Verfügung gestanden, aus dem Film wäre sicher ein wirklich richtig guter Werwolfheuler im Fahrwasser von „American Werwolf“ werden können. Denn stellenweise hatte ich das Gefühl, dass man genau diesen Film als Vorbild hatte. Nicht das Regisseur Claudio Fragasso (laut Videocover Clyde Anderson) hier den Versuch unternommen hätte, ein Plagiat abzuliefern, nein! Aber eigene Einfälle sind ebenfalls Mangelware. Da die mir vorliegende Fassung das deutsche VHS-Tape ist, welches arg gekürzt wurde, kann ich leider keine Aussage über die gebotenen Effekte machen. Vielleicht ist das auch gut so. Denn viel kann es nicht gewesen sein. Was man zu sehen bekommt ist ganz in Ordnung, haut einen aber auch nicht vom Hocker. So die Verwandlungssequenzen des Werwolfs. Nett gemacht, hübsch anzusehen.
Das ist alles wie gesagt sehr schade. Und so lebt der Film zum Großteil von der Präsenz seines Hauptdarstellers Alice Cooper. Denn nach heutigen Maßstäben, dürfte den Konsumenten dieser Film eher langweilen. Bietet „Monster Dog“ dem heutigen Freund von Werwolffilmen doch rein gar nichts. Fans der alten Schule, die ihre Filme noch düster und atmosphärisch mögen, keinen Wert auf ausufernde Effektorgien legen und auch sonst mit soliden B-Filmen etwas Anfangen können, sei „Monster Dog“ aber wärmstens ans Herz gelegt.

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