Als langjähriger Jet Li - Fan möchte ich auch gern meine Meinung zu Unleashed/Danny The Dog abgeben.
Vorne weg, es ist für mich bis jetzt der Beste Film des Jahres 2005.
Story:
Danny(Jet Li) ist die ultimative Killermaschine mit dem Wissenstand eines Kleinkindes oder besser gesagt eines Hundes, die seinem Herrchen Bart ( Bob Hoskins) auf Schritt und Tritt gehorcht. Von diesem wird er zu blutigen Kämpfen auf Leben und Tod gezwungen. Als Bart nach einer wilden Schießerei scheinbar tot ist, findet sich Danny beim blinden Klavierstimmer Sam wieder. Mit Hilfe seiner Tochter wird Danny ein menschliches und gefühlsvolles Wesen. Doch schon bald kehrt Bart wieder...
Kritik:
Wie schon gesagt fand ich den Film großartig und er ist mir sehr ans Herz gewachsen. Die Story ist für ein Actiondrama sehr gut erzählt und die Handschrift Luc Bessons wird klar ersichtlich. Die Botschaft über Musik zum inneren Frieden finden, kommt auch gut rüber.
Der eher unerfahrene Regisseur Louis Leterriere (Transporter) schafft es einen abwechslungsreichen Mix aus Drama, Action und Comedy zu kombinieren, wobei die letzteren beiden etwas arg ausfallen.
Ein Jet Li Film ohne viel Action? Trotzdem klappt es perfekt. Bis jetzt haben die Asiaten in Hollywood die gleichen stereotypischen, teilweise sogar lächerliche und debile Rollen abbekommen siehe Jackie Chan in Rush Hour,Jet Li in „Born 2 Die“ oder Chow Yun- Fat in Bulletproof Monk. In Unleashed bekommt ein Chinese die Chance sich auch einmal schauspielerisch zu profilieren. Ironischerweise kriegt sie auch noch Jet Li, der bis dato wahrscheinlich schlechteste Schauspieler der oben genannten. Für den Film nahm er zum ersten mal professionelles Schauspieltraining und das hat ihm offensichtlich sehr gut getan, denn er spielt einfach überragend. Und da seine Rolle die interessanteste des Films ist sprech ich ihm auch nicht nur die beste schauspielerische Leistung seiner gesamten Karriere, sondern auch aller Protagonisten des Films aus. Klar, Morgan Freeman spielt routiniert und verleiht den Film Sympathie wie immer und den Bösewicht Bob Hoskins kann man sich auch gar nicht böser vorstellen, trotzdem fühlt der Zuschauer am meisten mit Jet Li. Es ist einfach rührend ihm beim Eis Essen oder beim Umgang mit dem weiblichen Geschlecht und auf der anderen Seite als einsamen wilden Schläger zu sehen. Die anderen Darsteller spielen wie gesagt sehr überzeugend.
Kommen wir zum interessanten Teil eines „typischen“ Jet Li Films: die Action. Die ist zwar wenig zu sehen, dafür fällt sie aber recht brutal gemäß der düsteren Atmosphäre des Films aus. Der Actionchoreograph war kein geringer als Yuen Woo- Ping(Iron Monkey, Die Schlange im Schatten des Adlers, ich sag mit Absicht nicht Matrix). Wie bei Kiss of the Dragon oder Fist of Legend wird größtmöglich auf Wire Work verzichtet, was mir eine große Freude bereitet hat, denn Jet ist ein großer Wushu Meister, der Drahtseile nicht nötig hat. Auffällig ist noch, daß die Kämpfe sehr wild und unästhetisch sind was auch zu Dannys Charakter paßt. Trotzdem erkennt man wie schon bei Jackie Chan, daß Jet ein wenig in die Jahre gekommen und nicht mehr ganz so schnell und fit ist wie früher. Aber das hatte ich eh nicht erwartet. Neben ein paar Logikfehlern hätte der Film ruhig 20-30 Minuten länger gehen können und vielleicht hätte ihm noch eine Prise Dramatik mit herzzerreißenden Szenen gut getan.
Fazit: Unleashed ist sicher kein Film für jedermann, vielleicht auch nur für echte Jet Li Fans(anders kann ich mir diese schlechten Kritiken hier nicht erklären). Wer ein reines Drama oder einen Actionfilm sehen will, wird enttäuscht sein, aber ich denke, diejenigen die mit Kiss of the Dragon und Leon – Der Profi was anfangen können, finden sicher auch an Unleashed ihren Gefallen. Ich will noch mal ausdrücken, daß dies klar der Beste nicht-asiatische Film, wo ein Asiate mitspielt, ist. Meiner Meinung nach sollte Jet trotzdem wieder nach HK zurückkehren, da dort die Action eben eindeutig besser ist, aber der eine oder andere Abstecher nach Frankreich wäre auch sehr erfreulich (Hauptsache fern von Hollywood).
9,4/10