Tolle Fights und rührende Story
Jet Li`s Vorgängerfilme wie „Born 2 Die“ und „Romeo Must Die“ hatten eines gemeinsam: Die Action war wichtiger als die Story. Oft nur als zarte Verknüpfung war die Handlung zu erkennen, die vornehmlich dazu diente, eine Kampfszene an die nächste zu reihen. In „Unleashed – Entfesselt“ ist das anders. Der Plot über das Schicksal eines emotionalen Krüppels, der nichts von der Welt versteht und mithilfe eines ebenfalls benachteiligten, aber äußerst liebevollen Menschen resozialisiert wird, hätte sogar alleine für sich schon für einen Film gereicht, wird hier jedoch mit einer ordentlichen Portion Action angereichert und vermischt sich so zu einer ästhetischen, lebensbejahenden Actionmär. Was jetzt mehr nach Drama denn nach zünftigem Kung-Fu-Movie klingt, hat durchaus tolle Kampfszenen zu bieten. Dass Li etwas von seinem Fach versteht, merkt man von der ersten Sekunde an. Er vermischt mehrere Stile zu einem energiegeladenen Cocktail, dem keiner der noch so stämmigen Gegner gewachsen ist. Dass es dabei auch nicht gerade zimperlich zur Sache geht, ist klar und rechtfertigt die FSK-16-Freigabe durchaus. Dabei leisten die Darsteller durch die Bank weg gute Arbeit, besonders Morgan Freeman in der Rolle als warmherzige Vaterfigur sowie Bob Hoskins als sadistischer Tyrann und Kleinkrimineller stechen aus dem Ensemble hervor. Auch Jet Li nimmt man die Rolle des von Zweifeln und Angst zerrissenen Helden zweifellos ab. Sicherlich seine bisher beste schauspielerische Rolle. Da er bisher nur auf tumbere Rollen wie den einzelkämpferischen, chinesischen Supercop festgelegt schien, ist dieser Film sowohl für ihn als auch für die Zuschauer eine erholsame und erfrischende Erfahrung. Die kleineren Unstimmigkeiten im Drehbuch (warum wird er nicht wild, wenn Victoria ihm das Halsband abnimmt?) sind erfreulicherweise so selten und leicht übersehbar, dass ich den Film beinahe uneingeschränkt empfehlen kann.
Mehr davon!
Jet Li`s bisher beste Leistung sowohl als Kampfmaschine sowie auch als Charakterdarsteller in einem Film, der bis zum Schluss spannend bleibt und sich wohltuend von den CGI-Effekteshows der Vergangenheit abhebt. Weiter so!
8 von 10 Halsbändern