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Um Bob Hoskins ist es seit Roger Rabbit-Zeiten unverständlicherweise sehr still geworden - größer erwähnt wurde er zuletzt in Zusammenhang mit "Super Mario Bros". Jetzt ist er wieder da und spielt wie "Entfesselt".
Hoskins war nie wirklich weg, er drehte auch nach 1993, als er als Mario Mario über die Leinwand flitzte, jedes Jahr mindestens einen Film - meist sogar viel mehr, aber es waren keine Highlights mehr darunter. Jetzt meldet sich Hoskins fulminant zurück, er wurde schon mit einer Naturgewalt verglichen, so beeindruckt war man von seiner Leistung. Dieser Kraft konnte sich auch Kampfmaschine Jet Li ("Iron Tiger") nicht entziehen, denn er wütet in dem Actionthriller "Unleashed" ebenfalls wie ein unaufhaltsamer Wirbelsturm - Hoskins Energie war für den Film bestimmt ebenso förderlich wie das gute Zusammenspiel der Beteiligten vor und hinter der Kamera: Li arbeitet gern mit Luc Besson zusammen, und sie scheinen sich wirklich gegenseitig zu beflügeln.
Der Arbeitstitel "Danny the Dog" verrät, welche Rolle Jet Li in dem Film von Louis Leterrier ("The Transporter") spielt.
Danny (Jet Li) lebt bei Bart (Bob Hoskins) - aber nicht wie ein normaler Mensch, sondern wie ein Hund oder Sklave. Bart, der behauptet, er habe den heimatlosen Danny bei sich aufgenommen, hat ihn ohne jede menschliche Beziehung aufgezogen und zu einer tödlichen Kampfmaschine trainiert. Bart schickt Danny Nacht für Nacht in illegale, mörderische Gladiatorenkämpfe, bei denen er sehr gut an ihm verdient. Als Bart nach einem Autounfall ins Koma fällt, muss sich Danny alleine in einer Welt zurechtfinden, die er bisher noch nie betreten hat. Als er den blinden Klavierstimmer Sam (Morgan Freeman) trifft, beginnt für Danny ein neues Leben: Durch Sam und seine Adoptivtochter Victoria (Kerry Condon) lernt er die Musik lieben und erfährt das erste Mal in seinem Leben, was es wirklich bedeutet ein Mensch zu sein...
Gelockt werden wir mit hervorragender Action - nicht elegant, sondern brutal choreographiert von Yuen Woo-Ping ("Matrix","Kill Bill"): Das ist kein Kampf-Ballett, sondern Wut und Zorn, da wird gebissen, der Kopf auf den Boden geknallt - da fließt Blut. Gewalt, die einen zunächst mitreißt, bevor man traurig vor den Trümmern steht.
Für die Emotionen sind Morgan Freeman ("Sieben") und Kerry Condon zuständig. "Unleashed" nimmt sich für die Schilderung der Beziehung zwischen diesen drei Personen fast eine Stunde Zeit, und man vergisst, dass man eben noch gebannt in einem Martial-Arts-Film saß. Hervorragend unterstützt wird die Geschichte durch die Musik von Massive Attack, die sowohl die emotionalen wie die testosteron-geladenen Szenen verstärkt.

Fazit: Dieses Team (Besson, Li, Hoskins und Leterrier) sollte öfters zusammenarbeiten. Sie könnten dafür sorgen, dass Männer und Frauen in Zukunft zusammen ins Kino gehen, denn "Unleashed - Entfesselt" beweist, dass Action und Emotionen sich nicht widersprechen und man diese auch ohne Mega-Budget auf die Leinwand zaubern kann.

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