Nach dem mittelmäßigen „Born 2 Die“ zeigt sich Jet Li in seinem neusten Streifen „Unleashed“ von einer völlig neuen Seite. Machte Jet Li bisher eher mit hochklassigen Martial Arts Kino Made in Hongkong und später mit lauter Hollywoodaction auf sich aufmerksam, zeigt er jetzt auch sein Talent für schwierigere Rollen.
An der Seite von Bob Hoskins und Morgan Freeman spielt Jet Li einen unter widrigen Bedingungen im Käfig aufgewachsenen jungen Mann namens Danny. Er wurde dressiert und abgerichtet wie Hund, ausgebildet zur perfekten Tötungsmaschine. Sein Besitzer, ein Ganove namens Bart (Bob Hoskins), setzt ihn bei seinen Raubzügen durch die Stadt als Druckmittel ein. Wird erst einmal Dannys Halsband gelöst ist er wie entfesselt und nicht aufzuhalten. Nach einem Anschlag auf den Wagen von Bart entkommt Danny schwer verletzt. Beim blinden Klavierstimmer Sam (Morgan Freeman) findet Danny ein neues zu Hause. Langsam verliert er seine Angst und gehört bald zur Familie, bis ihn seine Vergangenheit einholt…
„Unleashed“ ist keinesfalls ein anspruchsvolles Drama, legt aber von Beginn an mehr wert auf Geschichte statt Action. Jet Li zeigt das er zu mehr als nur athletische Leistungen fähig ist, auch wenn aus ihm sicher nie ein großer Charakterdarsteller wird. Danny ist ein schüchterner, verängstigter Mann und geistig auf dem Niveau eines Kindes und so spielt Li ihn eigentlich auch: hängender Kopf, verängstigter Blick und relativ wenig Dialog. Von Li sollte man aber keine Wunder erwarten, er bleibt nunmal im Actionfilm zu Hause.
Es tummeln sich aber noch weitere große Namen in "Unleashed": Morgan Freeman bleibt dabei in seiner Rolle leider etwas blass, Bob Hoskins als fieser Ganove der sein Hundchen abrichtet und nicht gerade zimperlich mit ihm umgeht gefällt wiederum.
Wovon echte Li-Fans aber enttäuscht sein könnten ist die Action im Film. Da sich Regisseur Louis Leterrier (The Transporter) sehr auf Danny konzentriert, verliert er den Rest etwas aus den Augen. Dafür dass sich Matrix-Choreograph Yuen Wo Ping für die Fightszenen verantwortlich zeigte, hätte man aber etwas mehr erwarten können. Da Danny aber wie ein Hund abgerichtet wurde, ist er kein begnadeter Techniker, sondern vielmehr ein wild um sich schlagender Irrer. Die Kämpfe sehen entsprechend aus: wildes umherschlagen und treten, gibt leider optisch wenig her und wird schnell langweilig wenn man weiß was Li leisten kann. Richtige Fights sind daher Mangelware, nennenswert sind eigentlich nur zwei: einmal darf Danny in einem Tournament zulangen und dann bekommt er es noch mit einem Kampfsportler zu tun.
In Sachen Action ist „Unleashed“ eher schwachbrüstig, wenn man frühere Li-Filme als Maßstab nimmt. Jet Li als dressierter Mensch der schließlich eine Familie findet, macht ihn aber dennoch sehenswert, trotz einiger Hänger. An Li's Frühwerke reicht der Film aber beiweiten nicht heran, daher nur oberes Mittelfeld. Trotzdem sehenswert