Der ganz spezielle Ruf, der diesem Spinnenfilm vorausgeht, hat leider überhaupt nichts mit seinen leider nur sehr minderen Qualitäten zu tun, sondern eher mit dem erfreulichen Gebrauch von echten Spinnen und dem vielzitierten Schlußgag, der allerdings abgesehen von der schrecklichen Vorstellung nur eine Variante der Schlußszene von Hitchcocks "Die Vögel" ist.
Überhaupt hat man eine ganze Menge beim Meister abgeguckt, wenn sich das Häuflein der letzten Aufrechten in dem Hotel vor der Stadt gegen die herandriftende Spinnenarmee verbarrikadiert. Da werden Fenster und Türen vernagelt und uns Spezi Willi Shatner, der knuddeligste Bauch des gesamten Star-Trek-Universums marschiert tatsächlich aus sicherungstechnischen Gründen in einen Nebenraum und fällt unter die Krabbler. Soviel zu Tippi Hedren.
Ab von vorne und von unten: "Mörderspinnen" ist ein recht blasser B-Grusler, der dermaßen viele logische Löcher vor sich herschiebt, daß man abgesehen vom leichten Spinnenekel das Gähnen kaum verhehlen kann.
Da führt der verstärkte Einsatz von DDT (hey, ein Einfall und wir haben die Erklärung!) zu einer Zusammenrottung, die Heinz Sielmann über die Klippe stürzen würde, weil die Viecher sich untereinander ja nicht abkönnen. Deswegen knuspern sie auch erst ausschließlich Rinder an, bevor sie sich an Leuten verlustieren, weil wir ja eine gewisse Steigerung benötigen. Immerhin kommt Shatner, der mit einer viel zu jungen und total unpassenden Synchronstimme (es ist die von Terence Hill, wenn ich mich nicht irre...) gesegnet wurde, recht schnell auf die Lösung und läßt eine Expertin anreisen, der natürlich niemand glaubt.
Alles weitere ist so doof, daß man es kaum glauben möchte. Wer immer eine nicht nett zu Spinnen war oder sein will, findet die Viecher in Massen unter seinem Arsch. Im DDT-Flugzeug (daß trotz Nichtwirkung munter eingesetzt werden soll) scheinen sie den siebten Sinn zu haben, doch die zwanzig verstecken sich so geschickt unter dem Sitz, daß das dem Piloten nicht auffällt. Im Auto verstecken sie sich taktisch hinter der Sonnenblende - scheiße, die Viecher waren wohl in Vietnam!
Als ob es dann an Hirnlosigkeiten nicht genug wäre, fangen die Biester auch noch an, ihre Opfer einzuspinnen, was besonders fit ist, denn diese Jagdspinnen weben gar keine Netze. Immerhin fällt das auch der Biologin nicht auf. Dafür glaubt ihr dann natürlich keiner, als es ans Eingemachte geht. Als könnten alle Leute nicht von hier bis zur Tür denken, verrammeln sie sich im Ferienhotel, obwohl das mehr Astlöcher als ein Fischernetz hat und eine Flucht im Auto jedem Autisten logischer vorgekommen wäre. Zwischendurch beweisen die Krabbler dann noch dolle Geschwindigkeit, denn des Jungmädels Mütterlein wird so schnell von den Viechern überrannt, daß man gar nicht weiß, wie sie das geschafft haben sollen, denn die Gute war selbst recht fix.
Ein Lob dabei an das Mädel, daß es in einigen Sequenzen auf du und du mit einem Rudel Taranteln aushält und dabei noch Text hat (Kreisch!).
Zu dem dollen Schlußgag wollen wir nur sagen, daß die Einspinnung einer kompletten Stadt wohl etwas länger als eine Nacht gedauert hat, Spinnen ein Fenster nicht durch Masse eindrücken können und die Wahrscheinlichkeit, daß bei der (immerhin eindrucksvollen) Massenpanik anscheinend nicht einer der Stadtbewohner entkommen ist, tendiert doch gegen Null. Logo, daß am Morgen auch noch kein Fremder durch die Gegend gefuhrwerkt ist.
Geschauspielert ist das recht gefällig, sogar Shatner hat ein Toupet, das nicht ganz so lächerlich wirkt und vor allem der Spinnentrainer dürfte ein Heidengeld verdient haben, denn die Arachniden sind hier wirklich gar zahlreich. Mein Favorit bleibt die junge Schwarze, die ihr Colt-Magazin in ihrem Wohnzimmer auf die Krabbler leert und sich ein besonders schönes Exemplar mit der letzten Kugel vom Handrücken pustet, wo doch Schütteln auch was gebracht hätte. Aber was soll man gegen einen Höllenruf machen? Wenigstens hat keiner diesen Spinnenfaden weitergesponnen. (3/10)