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Ein US-amerikanisches Wüstennest wird Zentrum einer Spinnenplage. Erst sterben Rinder auf mysteriöse Weise, dann geht es der Landbevölkerung an den Kragen. Tierarzt Captain Kirk (William Shatner) sagt den Achtbeinern den Kampf an…


MÖRDERSPINNEN ist ein klassischer Vertreter des Tierhorror-Genres und, aus heutiger Sicht, ein herrliches Stück Trashkino. Aber wirklich nur aus heutiger Sicht? Jeder weiß, dass es nichts Bedrohlicheres gibt, als wenn ein Horrorfilm mit einen Country-Song beginnt. Es folgt ein totes, verstümmeltes Rind. Der Bauer ärgert sich ordentlich, weil es seine preisgekrönte Kuh Elsa war, die er nächste Woche auf der Viehmesse vorstellen wollte. Tragisch. Die Theorien gehen zunächst in Richtung Maul-und-Klauen-Seuche. Wie in DER WEISSE HAI ordert der Sheriff, Bürgermeister, whatever… an, dass Tierarzt Kirk nicht die Quarantäne ausspricht, sondern weiterhin Badegäste auf die Rinderfarm dürfen… Egal! Shatner und seiner Kollegin ist auf jeden Fall schon klar, dass Spinnen an allem Schuld sind. Fette, haarige Taranteln und Vogelspinnen, die derzeit in der Gegend vermehrt auftreten. Dem Farmer, der immer noch klagt, wie viel Zeit und Geld er in sein geliebtes Rind investiert hat, fällt auf, dass er seit kurzem einen „Spinnenhügel“, wie er es nennt, im Garten hat. Fand er bislang nicht sonderlich erwähnenswert. Als Shatner und sein Assi einen Blick drauf werfen, ist klar: In dem Erdhügel wohnen (Achtung: O-Ton!) „mindestens ein paar Tausend Spinnen“. Zu sehen sind gerade mal an die 20 Achtbeiner. Aber okay, Captain Kirk wird das bestimmt besser einschätzen können. 


Die Invasion nimmt derweil ihren Lauf. Die zweite Kuh fällt der kriechenden Heerschar zum Opfer. Gegen die Krabbelviecher scheint kein Kraut gewachsen. Gift hilft nicht. Anzünden, drauf schießen, mit dem Feuerlöscher drauf spritzen auch nicht. Zertrampeln… ja, das hilft. In der Kleinstadt bricht trotzdem Chaos aus. Spinnen im Auto. Spinnen in der einmotorigen Propellermaschine. Spinnen überall. Die Klimaanlage scheint verstopft zu sein. Was könnte da wohl drin sein? Shatner sieht nach: Oh Gott! Spinnen!!! Viele Spinnenopfer mit Spinnennetzen als Strumpfmaske. Wie in der Hafenszene aus DIE VÖGEL fahren Autos wild durcheinander und knallen gegen Wassertanks und Fußgänger. Eine Mutter rettet ihr Kind von der von Taranteln umzingelten Schaukel, schubst ihr Balg ins Haus und bleibt selbst wie ein Volldepp draußen vor der Türe stehen. Erinnert auch ganz leicht an den Hitchcock-Klassiker. Bleibt nur die Frage offen, ob die Spinnen überhaupt beißen würden, wenn die Leute, auf denen sie sitzen, nicht so hysterisch und panisch reagieren würden.

„Sie war in ein Spinnennetz eingewickelt wie ein Paket!“

MÖRDERRSPINNEN ist Nonsens pur. Allen voran Ober-Zampano William Shatner (STAR TREK, T.J. HOOKER): er fängt sich ein Weib mit dem Lasso und ist dann beleidigt, als die holde Maid seinen amourösen Andeutungen nicht folgeleistet – völlig zu Recht wie ich finde! Angriffen von Arachnoiden gegenüber scheint er immun. Selbst als er mal komplett mit Spinnen bedeckt ist, rettet er sich und betupft die Bisswunden mit Ammoniak. Was für ein Wahnsinnstyp!
Als Tierhorror-Fan wird man den Streifen mit ziemlicher Sicherheit gut finden, so dämlich wie der ist. Zwar technisch alles andere als makellos, aber in diesem Subgenre ähnlich relevant wie ARACHNOPHOBIA, ARAC ATTAC und TARANTULA. Zudem im Finale tatsächlich mit sehr, sehr vielen, echten(!) Spinnen ausgestattet.

„Liebling, mach dir keine Sorgen! Ich glaube, das ist eine vorübergehende Erscheinung. Ähnlich den Vögeln. Die reisen im Winter doch auch in den Süden.“

Killerkrokodile: (-)(-)(-)(-)(-)
Attentäter-Ameisen: (-)(-)(-)(-)(-)
Mörderspinnen: (+)(+)(+)(+)(-)


Fazit:
Ein kleiner Klassiker des schlechten Geschmacks. Und des Tierhorrors.

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