Richard, ein Psychologiestudent, fährt mit ein paar Freunden in die abgelegene Hütte seiner verstorbenen Eltern. Um sich auf sein Studium vorzubereiten will er die Anwesenden analysieren und ihre Ängste untersuchen. Im Haus finden sie eine merkwürdige lebensgroße Holzpuppe, Morty, die Richard schon seit seiner Kindheit Angst macht. Warum weiß er allerdings nicht genau, er weiß nur dass seine schwangere Mutter einst in diesem Haus gestorben ist.
Das Psychologie eine sehr trockene, wenn nicht sogar langweilige Wissenschaft ist, war mir ja vorher schon klar, aber wenn es eines letzten Beweises bedurfte dann liefert ihn Vincent Robert mit seinem Puppenhorror Morty. Die Ausgangsposition ist dabei zwar nicht neu aber durchaus ausbaufähig. Man versammelt neun Menschen in der Einsamkeit, die Hütte verabreichte auch Veranstalter Richard sein Kindheitstrauma, gebe jedem einzelne die klassischen Macken wie Höhenangst, Phobien vor Wasser oder dem Altwerden und der Gruppenkomiker kann sich wohl nicht einigen, ob er nun vor Spinnen oder Ameisen Schiß hat. Eigentlich fehlt nur noch ein Klaustrophobiker um das Freud´sche Gesamtprogramm komplett hätte.
Dazu kommt dann noch der Lebensgroße Morty, eine Puppe die irgendwie wie Robin Williams aussieht, der aber leider genau so lahmarschig aus dem Quark kommt, wie der restliche Film. Ganz ehrlich, wer die erste Stunde ohne Gähner oder Blick auf die Uhr übersteht, hat meinen höchsten Respekt, denn bis dahin befinden wir uns in soapmäßigen Dialoggruppe, die zwar jede Menge Dumpfsinn von sich gibt, aber es passiert rein gar nichts, was man in die Sparte Horror einsortieren könnte.
Das wird dann aber im Eiltempo nachgeholt. Kam man bisher auf einen satten Bodycount von null, werden jetzt die Nebenfiguren im Eiltempo abserviert. Die Kills werden dabei allerdings absolut blutleer serviert und haben auch nur vage mit den eigenen Urängsten zu tun. Überhaupt kann man hier ein wenig nach der Logik fragen. Was will Morty überhaupt, wenn er endlich mal die Holzbeine bewegen darf. Ist er der Familienrächer, aber wieso tötet er dann die anderen Unschuldigen? Woher kommen seine Kräfte? Wieso geht er am Ende in den See ins Exil und wieso schwimmt der Holzmann dabei nicht? Wieso kehrt er zurück und macht für die nächste Familie den wooden Messi? Wirklich Sinn ergibt die ganze Nummer von vorne bis hinten nicht.
Leider ist Morty aber auch der beste Darsteller der sonst mittelmäßigen Truppe. Sein Holzanzug sieht gut aus und auch die Bewegungsgeräusche passen da sehr gut. Die menschlichen Mitspieler kommen da weniger gut weg und manche Figuren gehen einem schlicht mit der Zeit furchtbar auf die nerven, wie der Arschloch Typ, bei dem man sofort weiß das der nur Ärger bringt oder auch der Comic Relief mit den Dreadlocks und seiner Version der Geschwisterliebe. Wie gesagt der Film ist furchtbar geschwätzig, da hilft auch der Gastauftritt von Wes Craven und die künstlich aufgebaute Spannung um Geldveruntreuung, einem Serienvergewaltiger und eine Prise Inzest in Richards Familie herzlich wenig. Hier ist einfach nur der Holzwurm drin.
3/10