Während der zeitgenössische Tierhorror fast nur noch ausschließlich Computeranimationen verwendet, gab es bis Mitte der 90er noch einige Beiträge, die ihre Bedrohung mit beweglichen Modellen in Szene setzten.
Natürlich ist die Einbindung echter, etwa gut dressierter Tiere, immer noch die sauberste Lösung, - doch das ist in diesem Fall etwas schwieriger umsetzbar, da es sich um mutierte Riesen-Moskitos handelt.
Diese entstehen, weil ein abgekapseltes Raumschiff mit Aliens im Gebiet eines Nationalparks niederdonnert und Moskitos an den Überresten saugen. Man sieht das alles nicht, - das Budget hat für die Darstellung Extraterrestrischer wohl nicht ausgereicht und so muss das als Erklärung langen, warum die Viecher plötzlich rund einen Meter groß sind und Jagd auf Camper und eine bunt zusammengewürfelte Gruppe machen.
Darunter ein Studentenpaar, ein doofer Ranger, ein Meteor-Forscher und ein zurückgebliebener Bankräuber mit seinem älteren Bruder.
Letzterer wird von Gunnar Hansen verkörpert, dem einzig vertrautem Gesicht in dilettantisch agierender Runde.
Denn bereits die Einführung der substanzlosen Charaktere verdeutlicht nur allzu klar, es hier mit einem schnarchigen Trash Werk zu tun zu haben, deren Darsteller in ihrer Freizeit sicher alles andere als Schauspiel gelernt haben.
Dazu gesellen sich grenzdebile, oft völlig zusammenhangslose Dialoge und ein Skript, welches offenbar gewollt Überraschungen auslässt, damit auch Hypertonie-Patienten in Ruhe abschalten können.
Die Story verfolgt ein schlichtes Schema: Erst namenlose Randfiguren attackieren, dann eine kleine Truppe entstehen lassen, in der zumindest Konfliktpotential herrscht und letztlich müssen alle zusammenhalten, weil die Übermacht der Insekten zu heftig wird, während man sich final in einer Waldhütte verschanzt.
Die Versuche komödiantischer Einlagen gehen allerdings fast durchgehend in die Hose. Der Ranger mit seiner Insektizid-Maschine hampelt, mit einer furchtbar hohen Synchro versehen, ziellos über den Zeltplatz und stammelt wirres Zeug, gleiches gilt für die Schergen des Bankräubers, die oftmals unkontrollierte Zuckungen von sich geben oder einfach nur dämlich herumgackern.
Bessere Momente erhält Gunnar Hansen, dem ein Déjà-vu mit einer riesigen Kettensäge beschert wird und nicht zuletzt, weil er die völlig unglaubwürdige Wandlung vom gewaltbereiten Verbrecher zum Gutmenschen innerhalb weniger Stationen durchmacht.
Insgesamt herrscht zwar kaum Spannung, atmosphärische Abwechslung ist auch kaum gegeben, doch dennoch ist genug Tempo im Spiel, um geneigte Trash Fans bei Laune zu halten.
Ob man nun mit einem recht großen Wohnwagen flieht, während einige Mutanten bereits das Dach erklimmen, sich durch ein Tunnelsystem kämpft und unterdes auf die Viecher feuert oder eine Camperin mal so richtig herzhaft in den Pöter gestochen wird, - mit (an dieser Stelle unangebrachten) Zwischenmenschlichen hält man sich nicht auf.
Die Inszenierung der Riesen-Moskitos ist für eine Low Budget Produktion fast schon okay. Fliegend wirken die wie ferngesteuerte Hubschrauber mit hängenden Beinen und angepappten Flügeln, - die ganz wenigen CGI wirken hingegen äußerst amateurhaft.
Zumindest bewegen sie sich auch am Boden (zuweilen in Stop Motion), kommen dabei aber über vereinzelte Splattereffekte, wie Stachel im Auge nicht hinaus.
Besser und vor allem witziger sehen hingegen einige Leichen aus, bei denen jede Menge Gummi zum Einsatz kam und für das Heraushüpfen zweier Augäpfel offenbar zwei Tischtennisbälle verwendet wurden.
Tierhorrorfreunde sollten an dieser Stelle also auch ein deutliches Faible für Trash in Richtung Troma mitbringen, um „Mosquito“ einigermaßen unbeschadet zu überstehen.
Denn teilweise verhalten sich einige Figuren doch ein wenig plump, während man zum Mitfiebern keinen richtigen Helden serviert bekommt.
Dafür sind Tempo und Action in solidem Maße vorhanden und die Viecher immerhin zum Schmunzeln anregend animiert, so dass einem geruhsamen Abend mit ein, zwei Bierchen an der Hand nichts im Wege stehen dürfte.
6 von 10