Review

Sabber & Sichel


Für viele nur ein weiterer (Trash-)Slash aus den 80s, für andere ein kleiner, morbider Geheimtipp. Zwischen Mrs. Bates und Mrs. Vorhees zieht hier eine verrückt gewordene Motelbesitzerin zwischen Mitleid und Wahnsinn ihren Besuchern mit einer rostigen Sichel den Scheitel ein Stück höher…

„Mountaintop Motel Massacre“ kam zwar erst 1986 raus, als die Slasherwelle schon längst gebrochen war, sich in Videotheken aber immer noch rasch ausbreitete, doch Drehschluss war schon satte drei Jahre vorher. Und damit wäre er dann gar nicht mal so spät dran gewesen und vielleicht besser angekommen. So verkam er zu einer Videothekenkuriosität mit tollen Covern und Postern, jedoch eher magerem Inhalt. Eine bizarre, etwas traumwandlerische und sinnfreie Aura hat er, Evelyn und die „Wege unter dem Motel“ können einem (Kind) Angst einjagen, wurden auch öfters frech kopiert danach. Zudem lauert über allem (mit Lorie als Anker und Auslöser) ein übernatürliches Flüstern, das man im Mark spürt. In Sachen Gore, Figuren/Opfer, Logik, Tempo oder auch Score sticht hier für mich allerdings nichts positiv heraus. Höchstens unfreiwillig komisch und zum Stirnrunzeln. Da wundert es nicht, warum das etwas sperrige und hunzige Werk Jahre auf Halde lag. Da hat man als Slashersoldat einfach an jeder Ecke bessere Alternativen. Oft auch ärgerlich sprunghaft, dunkel aufgenommen und ohne Identifikationen. 

Fazit: ein stellenweise immerhin atmosphärischer und mit soliden Wiedergutmachungsbits gesegneter, insgesamt aber deutlich drittklassiger 80er-Slasher nur für die leidensfähigeren Komplettisten. Zähe Angelegenheit. Name und Poster sind cooler als das Produkt. Eine nostalgische Videothekenfinte. 

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