Review

Simon Watterman (Harvey Korman) ist Archäologe und zusammen mit seinem Sohn Paul (Charles Stratton) in Peru bei Ausgrabungen.

Allerdings ist Paul nicht wirklich ein Fan vom ausgraben von sehr alten Tonscherben und wäre lieber wieder in den USA um sich seiner Karriere als Komiker zu widmen wovon sein Erzeuger nicht besonders viel hält.

Zudem ist Simon kein gewöhnlicher Erforscher des Altertums und vergangener Kulturen, ist er doch davon überzeugt das Außerirdische bei allen großen Zivilisationen ihre Finger im Spiel hatten.

Als Simon und Paul bei der Erforschung einer Inkaruine auf eine merkwürdig kleine Kreatur stoßen ist Watterman Senior felsenfest davon überzeugt nun den endgültigen Beweis für seine Theorien gefunden zu haben.

Kurzerhand wird die kleine koboldhafte Kreatur mit nach Amerika genommen wo auch schon Pauls Freundin Cindy (Nadine Van Der Velde) am Flughafen wartet um Vater und Sohn nach hause zu bringen.

"Nach hause" meint in diesem Fall Sweetwater, eine Kleinstadtsiedlung in den unendlichen Weiten der USA.

Auf der Fahrt wird das Trio kurz von Eddie (Charlie Phillips), Sohn des örtlichen Polizeichefs Big Ed (Hardy Rawls) und selbst Vertreter von Zucht und Ordnung, einer kurzen Kontrolle unterzogen (wobei schnell klar wird das Eddie nicht gerade die hellste Leuchte unter der Sonne ist).

Daheim angekommen macht sich Simon sofort auf den Weg um einen weiteren Forscher namens Dr. Crowder nach Sweetwater zu holen um ihm den Außerirdischen zu zeigen.

Paul und Cindy sollen derweil auf den kleinen Racker, den sie Arnold nennen, aufpassen und schon kurz darauf wird der Kobold aus den Tiefen des Alls mit Fernsehen, Snacks und Nackedeiheften (also den wichtigsten Errungenschaften unserer Zivilisation) vertraut gemacht.

Dummerweise wollen Cindy und Paul ihr Wiedersehen mit einem netten kleinen romantischen Bettgeflüster feiern und lassen Arnold unbeaufsichtigt.

Das wäre an sich nicht so schlimm aber es kann der Frömmste nicht in Frieden leben wenn es die nervigen Nachbarn nicht zulassen.

In diesen Fall ist das Simons Bruder Cecil (auch gespielt von Korman), ein schmieriger aber erfolgreicher Geschäftsman der dank einer Abhöranlage, auf die die Stasi neidisch wäre, nun bestens über den Fund seines Bruders informiert ist.

Da Cecil hier ein weiteres großes Geschäft wittert rekrutiert er seinen Stiefsohn Dude (John Strafford) zur Alienentführung was dann auch gelingt.

Nun lässt Cecil aber Dude allein, da er sein geliebtes Eheweib Melvis (Alix Elias) kurz abholen muss was sich aber als richtig schlechte Idee entpuppt.

Dude, eine Mischung aus Späthippie, Schulhofschläger und Dauerarbeitslosem, hat nicht wirklich Lust auf Arnold aufzupassen und reagiert auf dessen Neugierde mit Gewalt worauf der kleine Zottelkopf ebenfalls den Kriegspfad einschlägt.

Das Ganze endet damit Dude Arnold mit einem Hackebeil in vier Teile zerhackstückelt.

Allerdings entstehen aus dem vier Teilen neue Aliens die aber im Gegensatz zu Arnold alles andere als friedlich und neugierig sind sondern vielmehr Bock auf Chaos und Verwüstung aller Art haben... .


Meinung:

Munchies ist unübersehbar ein Versuch von Produzent Roger Corman gewesen an das Konzept von Gremlins anzuknüpfen (Regisseurin Tina Hirsch war u. a. für den Filmschnitt bei Gremlins und Unheimliche Schattenlichter verantwortlich).

Fans von 80-er Jahren B-Movies machen hier nicht viel verkehrt und im Gegensatz zu den Ghoulies und Critters Filme hält sich der Film in Bezug auf Gewalt sehr zurück (die dt. DVD hat eine FSK 12).

Hier und da knabbern die Munchies mal jemanden an, sind aber meistens daran interessiert die Sau rauszulassen und bringen im Verlauf des Films maximal 2 Leute um (Dude (Entleibung durch zu laute Rockmusik) und der tyrannische Manager einer Burgerbude).

Um es mal so zu sagen: Munchies ist ein Film zum nicht nachdenken, purer 80-er B-Movie Spaß mit richtig schönen Blödeldialogen (siehe Eddie und seinen Erzeuger sowie Cecil und sein Eheweib).

Besonders Kormans Charakter Cecil ist es schon wert sich Munchies anzuschauen:

Ein Schmierlappen ohnegleichen mit schwarzer Perücke und Pornoschneuzer, der jedesmal über dem Bildschirm flimmert wenn im Film die Glotze angemacht wird um eines seiner Produkte anzupreisen und dessen Geschäftssinn von der Giftmüllentsorgung und Fast Food bis zum Minigolfplatz reicht.

Korman dürfte vielen Filmfans besonders als Dr Seward in Dracula - Tot aber glücklich bekannt sein.

Nadine Van Der Velde trat u. a. in dem Horrorepisodenfilm After Midnight (1989) vor die Kamera.

Charles Stratton hatte noch Auftritte in den TV - Serien Dallas, Die besten Jahre, 21 Jump Street: Tatort Klassenzimmer und L. A. Law.

Charlie Phillips hatte u. a. in Running Man (1987) eine Rolle als Punker.

Alix Elias war u. a. als "Joe the Fry Cook" in der Horrorblödelkomödie Freitag der 713. zu sehen.

Jon Strafford war nach Munchies u. a. in Kubricks Full Metal Jacket als Doc Jay vor der Kamera.

Paul Bartel (Eating Raoul) hat als Dr Crowder gegen Ende noch einen Kurzaufrtritt und weiterhin ist da noch Robert Picardo (Eddie in The Howling, Dr. Carlos Battera in The Ripper (1988)) als Bob Marvalle dessen Eisladen von den Munchies heimgesucht wird.

In Bezug auf Arnolds Vergangeheit hüllt sich der Hauptfilm in Schweigen

Allerdings gibt es eine Szene die ursprünglich entfernt wurde sich aber als Extra auf der dt. DVD befindet und etwas mehr über die Herkunft der knuddeligen Kreatur verrät.

Zudem ist das Thema Außerirdische und untergegangene Zivilisationen immer ein gutes Thema für einen Film (siehe Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels / Aliens vs Predator).


Fazit:

Munchies ist einfach gute Unterhaltung.

Kein Überflieger aber ohne Durchhänger und für Freunde des 80-er B-Movie Films bestimmt einen Blick wert.



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