Review

ACHTUNG ! SPOILER !

„Wenn sich die Sterne in Zyklen von Jahrtausenden zur richtigen Konstellation zur Erde befinden, wird Toth die Rückkehr seiner innig geliebten Kira erwarten. Er wird wieder am nächtlichen Horizont erstrahlen und hoffen, dass sie seine Einladung zur Unsterblichkeit annimmt."
Mit diesen dubiosen und bedeutungsschwangeren Worten, gesprochen über den Vorspann, beginnt der Film THE MUMMY LIVES. Es folgen weitere langatmige Erklärungen diverser Sternzeichen, ohne dass sich erschließt, was das alles mit dem folgenden Film zu tun haben soll.

Die Handlung des Films wird auf dem Videocover wie folgt zusammengefasst:
„Tony Curtis, eine Reinkarnation des ägyptischen Priesters Lord Azir, der wegen seiner Liebe zu einer wunderschönen Priesterin vor 3000 Jahren bei lebendigem Leib mumifiziert wird, lebt als Dr. Mohassid im modernen Ägypten. Eines Tages lernt Dr. Mohassid Sandra Barnes kennen, die seiner damaligen Geliebten täuschend ähnlich sieht. Sandra wird bereits seit seit einiger Zeit von grauenvollen Alpträumen geplagt, die schon bald die Grenze zur Realität zu überschreiten scheinen. Dr. Mohassid bringt Sandra in seine Gewalt und bereitet ihre Mumifizierung vor..."

So weit, so bekannt!
Es gibt nur wenig Mumienfilme, die wirklich funktionieren. MUMIE - TAL DES TODES gehört aber leider nicht dazu. Der berüchtigte Produzent Harry Allan Towers, der bereits seit den 60er Jahren bei zahlreiche Trash-Perlen seine Hände im Spiel hatte, beweist hier erneut (nach einigen misslungenen Remakes bekannter Edgar Allan Poe Verfilmungen in den späten 80er Jahren), dass er zwar in der Lage ist, Filme zu produzieren, die kostspieliger aussehen als sie wirklich sind, die aber in der Regel weitere Qualitäten vermissen lassen. Hollywood-Star Tony Curtis dürfte wohl erhebliche Geldnot dazu gebracht haben, in diesem Langweiler die Titelrolle zu übernehmen, und so erledigt er seine Aufgabe dann auch gelangweilt und ohne irgendwelche darstellerische Ambitionen. Greg Wrangler und Leslie Hardy in den Rollen von Held und Heldin mimen dagegen was das Zeug hält, bleiben aber dennoch absolut konturlos. Die restlichen Akteure rekrutieren sich aus gesichts- und namenlosen israelischen Darstellern, die bei Zuschauer keinerlei Interesse wecken können.

Die Story des Films („Suggested by: 'Some Words with a Mummy' by Edgar Allan Poe" wie es im Vorspann heißt), inszenierte der Regisseur Gerry O'Hara mit viel Budenzauber, namentlich Blitz & Donner, die bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit zum Einsatz kommen, sowie mit „tollen" Lichteffekten.

Besonders irritierend sind im Übrigen die zahlreichen Erzähler aus dem Off (fünf (5!) an der Zahl) plus „Additional Narration by Victoria Stoeckle", so dass man bereits nach kurzer Zeit nicht mehr so recht weiß, wer da gerade was erzählt und warum. Aber eigentlich interessiert das sowieso schon bald niemanden mehr. Die Mumie selbst ist nur ganz kurz im Bild zu sehen und verwandelt sich dann schnell in Tony Curtis... äh... oder war's umgekehrt? Na egal, THE MUMMY LIVES ist jedenfalls ein ziemlich überflüssiger und trostloser Versuch, das Sub-Genre der Mumien-Filme neu zu beleben und letztlich ist der Film dabei genauso dröge wie die Mumie höchstpersönlich!

Für Drehbuchautor Nelson Gidding war dies seine letzte Arbeit und man mag kaum glauben, dass er zu so hervorragenden Filmen wie „I Want to Live" (1958), „The Haunting" (1962) oder „The Andromeda Strain" (1971) die Drehbücher geschrieben hat. THE MUMMY LIVES ist mithin ein trauriger Schwanengesang für den Autor.

Neben der von Dov Selzer komponierten Filmmusik gibt es auch noch einen Credit für Gregory King und David Trevis für „Main Title, Additional Score & Cantral Themes."

Bester Credit: „Water Girl: Tali Baranes"

Aus der Werbung:
Ein grandioser Film aus einer geheimnisvollen Welt. Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen zu einem Horrortrip in den Wahnsinn! (Video)

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