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Ein paar Schiffbrüchige landen auf einer Insel, auf der aus Experimenten hervorgegangene Fischmenschen ihr Unwesen im Auftrag des Inselherren treiben und auch die Neuankömmlinge bekommen es mit diesem und den neuen Monstern zu tun.

Sergio Martino ist ein Regisseur, der sich nicht auf ein bestimmtes Genre festgelegt hat und daher eine breite Palette an unterschiedlichen Filmen zu bieten hat. So hat er Thriller, Western, Horrorstreifen, Komödien, Erotik-, Endzeit- und Kannibalenfilme und ein paar wirklich gute Gialli abgeliefert. Mit "Insel der neuen Monster" widmete er sich dem Abenteuerfilm und das Ergebnis ist eine unterhaltsame und kurzweilige Regiearbeit.
Der Film kommt schnell auf den Punkt und beginnt mit den Schiffbrüchigen, die aus ein paar Verbrechern und einem Arzt (Claudio Cassinelli) besteht, die prompt nach einem Fischmenschenangriff, bei dem diese noch unerkannt bleiben, dezimiert werden und schon landet man auf dem Eiland, wo bald die letzten Überlebenden (der Arzt, ein böser Verbrecher und ein guter Verbrecher) mit den geheimnisvollen Geschehnissen auf der Insel konfrontiert werden. So lernt man deren Boss (Richard Johnson) kennen, mit dem nicht gut Kirschen Essen ist und der die Motive für sein merkwürdiges Verhalten lange für sich behält, eine hübsche junge Frau (Barbara Bach), die unter der Knute des Fieslings steht, eine Hand voll Eingeborene und später den Professor (Joseph Cotten), der für den Inselherren Experimente mit schlimmen Folgen durchführt.
Aus dem Konflikt mit den beiden Verbrechern an der Seite des Arztes hätte man vielleicht etwas mehr machen können und die Voodooerei der Eingeborenen wirkt teilweise unpassend, da diese irgendwann im Leeren verläuft, aber ansonsten sind die Figuren gelungen, werden solide von den Schauspielern vorgetragen und die Handlungen gehen kurzweilig von Statten.
Sehr gut hierbei gefällt, dass die Geheimnisse der Insel erst im Laufe des Filmes aufgedeckt werden, was für eine gewisse Spannung sorgt. Zwar ist die Auflösung nicht besonders originell oder logisch, aber da wir es mit einem Italo-B-Movie zu tun haben, kann man das verknusen, denn irgendwie gehört so etwas ja dazu.
Überzeugend eingeführt werden auch die titelgebenden "neuen Monster", die sich als Fischmenschen aus der Schmiede des Profs herausstellen. So bekommt man sie beim ersten Angriff nur als dunkle Wesen zu Gesicht und sieht sie mit zunehmender Laufzeit in zunehmend vollerer Blüte. Umgesetzt wurden die Wesen durch Menschen in Ganzkörperkostümen, bei denen die spitzen Krallenhände und die teilweise beweglichen Glupschaugen besonders hervorstechen. Zur Erzeugung der Monstersounds hat man anscheinend einen Nachmittag im Zoo verbracht, denn das Gegröhle der Fischmenschen ist eine Mischung aus Löwengebrüll und Elefantengetröte. Das Ganze hat Charme und macht Freude.

Insgesamt ist "Insel der neuen Monster" zwar keine besonders innovative Mischung aus Inselabenteuer und Monsterfilm, doch durch den gelungenen Handlungsaufbau und die solide Umsetzung kommt zu keiner Zeit Langeweile auf und das ist doch schon mal was.

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