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Sexy Alien Clips


„Forbidden World“ habe ich lange Zeit mit „Galaxy Of Terror“ verwechselt, da beide ein unheimlich ähnliches Poster besitzen, beide als kostengünstige Alien-Kopien gelten und beide aus der Roger Corman-Schmiede kommen. Zudem bieten beide nette, zeigefreudige Ladies, schleimige Monster im All und haben sich ähnliche (kleine) Kultstatus und Bewertungen auf größeren Internetfilmdatenbanken erarbeitet. Daher habe ich erstmal gar nicht reagiert, als dieser Sci-Fi-Schlocker in meiner Amazon-Liste auftauchte, da ich ihn ja schon daheim im Mediabook und oft genug gesehen habe. Falsch gedacht! „Forbidden World“ ist der kleine Zwillingsbruder von „Galaxy of Terror“ und war mir bis die Tage unbekannt - die Zeit ist nun vorbei. Endlich?... 

Auch „Forbidden World“ bedient sich schamlos bei größeren Filmen, von „Star Wars“ über „Forbidden Planet“ bis natürlich „Alien“ ist der Potpourri weitläufig und dreist. Kann aber in der richtigen Stimmung schon Spaß machen. Erzählt wird von einem Space Cowboy (Herr Solo lässt grüßen), der zu einem abgelegen, wissenschaftlichen Aussenstützpunkt gerufen wird. Dort erforscht man die Züchtung puren Proteins und somit eine neue Nahrungsquelle, erschafft dabei allerdings ein hungriges Hybridmonster, das seine eigenen Pläne hat und die dortigen Menschen wiederum als seinen kleinen Schrebergarten sieht... „Forbidden World“ ist schön schleimig und saftig, überall Gelatine und Schweinemett, Vaseline und Plastik. Wenig Budget, viel Leidenschaft ist unübersehbar. Zudem sind die vor Geilheit überschäumendem Space-Stewardessen mehr als nett anzusehen, phasenweise ergibt sich fast ein Softporno-Vibe, mit minutenlangen Kuschel- und Duschsequenzen plus hypnotischer Stakkato-Schnitt-Collagen, die seltsamerweise am Anfang auf das Kommende vorbereiten und am Ende nochmal alles Revue passieren lassen. Strange. Nur Streckung der (extrem knackigen) Laufzeit oder echtes Stilmittel um Verwirrung zu schaffen? Alles in allem ist das oft schon erschreckend mies, vor allem das Alien selbst ist lächerlich und von seiner Wirkung (trotz aller offensichtlichen Ähnlichkeiten) das Gegenteil des ausgewachsenen Xenomorphs. Nur es macht eben auch eine Menge Laune, die rotzige deutsche Synchro gibt den Rest, psychedelische Seiten verblüffen („Barbarella“?) und Zimperlichkeit war hier in keinerlei Belang das Problem, weder was Gewalt noch Nackedeis angeht . Wer also auf schleimig-schlechten Space-Schlock steht, für den ist das der siebte Himmel gespickt mit willigen Playmates und genug Macho-Attitüde. 

Fazit: das schlockigste Rip-Off aller Zeiten?! Softporno und sleazigster Alien-Abklatsch, Sci-Fi-Abenteuer und Corman-Billo-Produktion, Schleimspektakel und Quatsch mit Sauce. „Forbidden Planet“ hat es in sich - nur eben fast ausschließlich an den falschen Stellen... Unterhaltsam: oh ja. Gut: eher nein. 

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