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Wer hätte das noch vor einigen Jahren gedacht? Das es Hollywood schafft, trotz der immer schwächer werdenden Filmwelt, noch Serien zu erschaffen, die sich als ein Qualitätsstück nach dem Anderen erweisen? Angefangen beim Mafia-Clou "Die Sopranos", über "Six Feet Under", "Nip/Tuck" und ganz aktuell "Desperate Housewives"! Egal wo man in der US-Serienlandschaft auch hinschaut, es gibt hier derzeit kaum etwas, was nicht vor Klasse sprüht. Und nun darf man sich also auch hierzulande, im kostenlosen Fernseh-Programm, über den Mystery-Hit "Lost" freuen, was mir nun Anlass genug ist, euch diese bravouröse Serie ans Herz zu legen.

"Lost" ist ein weiteres Beispiel dafür, wie man einen überdimensional langen Film aufs trefflichste füllen könnte, ohne das es auch nur im geringsten langweilig werden würde. Die Story zu "Lost" ist zwar nicht unbedingt sonderlich klischeefrei und hier und da kann man auch immer wieder mal ein paar Logik-Löcher finden, doch unterm Strich sind diese Story-Fehlerchen vergleichsweise harmlos und kaum zu umgehen. Dafür bleibt die Geschichte, um 48 verschollene Passagiere auf einer einsamen Insel, durch die Bank weg, aufs aller höchste spannend und bietet eine Überraschung nach der Anderen.

Während des Story-Verlaufs, zeigt sich dem Zuschauer dabei eine breite Fassette von alle dem, was auf einer einsamen Insel so passieren kann und was es heißt, auf dieser zu überleben. Auf der einen Seite erleben wir ein Survival-Drama der besten Sorte. Wir sehen mit an, wie die einzelnen Figuren mit einander umgehen, wie sie sich Nahrung beschaffen, wie sie sich helfen, sich streiten und was es heißt, ohne die zivilisierte Welt zu überleben. Beziehungen werden aufgebaut, Beziehungen werden zerstört und jeder muss sehen, wie er sich gegen die Anderen durchsetzen kann.

Und damit sind wir schon bei einem tragenden Punkt, welcher die Serie so interessant macht. Während des kompletten Serien-Verlaufs, erfahren wir die dunklen Geheimnisse, einer jeden interessanten Figur. Es wird Aufklärungsarbeit auf Fragen wie "Warum sind sie überhaupt mit der Maschine geflogen?" und "Was bestimmte ihr Leben?" geleistet und dabei gibt es nicht nur eine Überraschung pro Person, sondern gleich duzende. Der ideale Stoff also, um heftigste Diskussionen loszustoßen, so wie es in amerikanischen Foren (und nun auch in deutschen Foren) bereits Gang und Gäbe ist. Und wer meint, bereits nach wenigen Folgen zu erahnen, wie es ausgeht, der täuscht sich gewaltig. Hier werden im Verlauf der Serie so viele packende Wendungen durchgeführt, die einen fast schon zum verzweifeln bringen. Für Spannung ist hier also wirklich durchgehend gesorgt.

Aber auch die Insel selbst birgt eine Überraschung an der nächsten. Merkwürdige Kreaturen, plötzlich auftauchende Gestalten und viele weitere Ungereimtheiten, halten selbst die größten Kritiker am Ball. Sollte es wirklich jemanden geben den die Figuren kalt lassen, der ist spätestens bei dem gruseligen "Eigenleben" der Insel am Ball. Und auch hier ist alles so vorhersehbar, wie die Ziehung der Lottozahlen! Sprich was heute anscheinend "so" ist, kann schon beim nächsten mal ganz anders sein.

Damit das spannende Treiben aber auch optimal beim Zuschauer ankommt, dafür sorgt vor allem die knisternde Tropen-Atmosphäre, welche die Serien-Macher wirklich optimal beim Drehen einfangen konnten. Wunderbare Naturaufnahmen vor grandioser Kulisse, sorgen für eine Stimmung der absolut prächtigsten Sorte. Wer sich in das Geschehen richtig rein zu versetzen vermag, der dürfte sich ein ums andere Mal nach Insel-Urlaub sehnen, wenn auch vielleicht jetzt nicht unbedingt auf genau dieser unberechenbaren Insel.;) Dazu ein absolut passender Score, der sich in keinster Weise hinter der Musik, manch anderer großer Filmkomponisten, zu verstecken braucht. Und nicht zu vergessen natürlich auch der immense Detail-Aufwand in Sachen Spezial Effekte, Maske, Kostüme und allem anderen, was eine große Film (bzw. Serien)-Produktion ausmachen.

Zum Schluss sind nun noch die Darsteller zu erwähnen, die ihre Sache allesamt erstaunlich gut machen. Egal wen man da auch nimmt, jeder spielt seine Rolle mehr als überzeugend. Darunter auch einige große Namen wie Matthew Fox, HdR-Star Dominic Monaghan oder auch Terry O'Quinn, der uns schon beim "Stepfather" gezeigt hat, was überzeugende Schauspielkunst bedeutet. Ein perfektes Team, welches man sich besser kaum wünschen kann!

Fazit: Schweißtreibendes, höchst atmosphärisches und wirklich durchgehend interessant bleibendes Mystery-Drama, dass durch seine, zwar leicht klischeehaften aber dennoch immens gut durchdachten, Figuren, dem grandiosen Schauplatz und seinen vielen Wirrungen und Wendungen, für spannende Unterhaltung bis zu letzten Episode sorgt. Ein absolutes Muss für Freunde spannender Unterhaltung und ein weiterer Beweis dafür, dass die US-Serien von heute derzeit ein Niveau besitzen, das man bei den meisten derzeitigen Hollywood-Filmen sträflich vermisst.

Also auf keinen Fall verpassen!

Wertung: 8/10 Punkte

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