Review

Der reißerische deutsche Titel „Kaffeebraun und Nymphoman“ lässt auf heiter-fröhliche Schäferstündchen hoffen, aber im Kern ist das ein ziemlich bitterer Film.

Natürlich gibt es einige Sexszenen, die jedoch nicht sonderlich erotisch inszeniert sind und auch kaum Abwechslung bieten, sodass der Kommentar des Malers zur sich entkleidenden Sekretärin noch am erinnerungswürdigsten ausfällt: „Die Puppe wirft ihren Kokon ab, und siehe da, ein Schmetterling.“

Zudem ist das deutsche Tape von Starlight Video (1:17:23 inklusive „The End“-Tafel) im Schwarzwert stark abgesenkt, sodass explizite Details im Schattenbereich absaufen. Ein Großteil des Geschehens spielt sich in der Villa ab, und der Cast beschränkt sich im Wesentlichen auf vier Akteure, deren Beziehungsdynamik untereinander nicht immer nachvollziehbar ist. Ob das an schlampiger Inszenierung und/oder handlungsbedingten Kürzungen liegt, ist unklar.

Ein paar wenige Landschaftsaufnahmen Griechenlands sorgen immerhin für leichtes Urlaubsflair. Im Kontrast dazu der dramatische Handlungsstrang mit dem Detektiv, der Sara erpresst und vergewaltigt: „Entspann dich, dann kannst du’s sogar genießen.“

Als kleines Sleaze-Highlight ist die Szene zu nennen, in der zwei Pferde miteinander bumsen (samt Großaufnahme der Geschlechtsteile), während die Nymphomanin, der Maler und die blonde Sekretärin lustvoll zusehen.

Das unerwartet bösartige Ende kommt überraschend. Insgesamt ist der Film aber erzählerisch und visuell schwach. Die Kriminalelemente sind derart spärlich im Film verteilt, dass ihr Auftauchen tonal fast schon irritiert, während das Dreiecks-Techtelmechtel zäh geraten ist. Die Mischung aus erotischer Unterhaltung und nihilistischem Drama über männliche Kontrolle, Begehren und Macht hat interessante Ansätze, aber eine schwache Ausführung. Für Ajita-Wilson-Fans aber sehenswert.

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