Genauso müssen sich die beiden Hauptdarsteller Christopher (Bob Behling) und Jane (Jane Lyle) in diesen von Regisseur Nico Mastorakis (".com for Murder", "Zero Boys")liebevoll "Low Budget Movie" genannten Ausnahmewerk fühlen. Ausnahmewerk deswegen, da es sein erstes Werk ist und gleichzeitig sein bedeutendestes Werk ist. Die meisten seiner Werke sind bei uns gänzlich unbekannt da noch nicht erschienen oder nur durchnittlichen Wertes und schlecht verfügbar.
Die Schauspieler des Filmes, sind auch ziemlich unbekannt, bis auf Jessica Dublin, die den Meisten als Mrs. Junko aus den "Toxic Avenger Teilen" oder den Kultgialli "Schön, Nackt und Liebestoll" bekannt sein dürfte, haben es wenig zu etwas auf den Schauspielhimmel gebracht.
Dies tut jedoch nichts zur Sache, das man mit diesen Film ein Meisterstück abgeliefert hat, das vor Kontroversität nur so sprüht. Die Schauspieler haben hier eine vorzügliche Arbeit geleistet und dieses Werk zum Spiegel des damaligen Sündenpfuhls werden lassen.
Christopher und Jane sind ein Pärchen wie man es noch nicht gesehen hat, er nennt sie immer Cousine, es könnte aber auch gut sein, das es seine Schwester ist, den er sagt einmal während sie gerade in einer Telefonzelle eine Nummer schieben: "komm wir rufen Mami an!"
Solche provokanten Szenen sind hier an der Tagesordnung, die Beiden treiben es wild, wie auf LSD hängengebliebene Satansjünger von Charles Manson.
Was die Story betrifft scheint sich der Filmemacher auch an der Ideologie der Sekte inspiriert zu haben, die Hauptdarsteller sehen sich nämlich als Ritter der Gerechtigkeit, die in Gottes Auftrag alles auslöschen, was ihrer Meinung nach mit Sünde befleckt ist und dem Leben im Paradies im Weg steht. Dies geschieht auf der griechischen Insel Mykonos die den Ganzen mit ihren kalkgebleichten Steinhäusern und der kargen Landschaft einen abwechslungsreichen Look verpasst, der so selten zu finden ist und deswegen sehr erfrischend wirkt.
Bei der Opfersuche gehen die Beiden sehr roh und gnadenlos vor, Schwule werden ebenso wie Ehebrecher oder Notgeile bestraft, dabei spielen die "Geschwister" sehr perfide vor: Jane lockt die Opfer oft an, während Chris sich im Hintergrund mit der Camera anschleicht, Bilder knipst und dann zuschlägt.
Überhaupt hat der Film nicht nur voyeurristischen Inhalt, sondern auch eine eben solche Kameraführung, was den Film zu was besondern macht und den Zuschauer selbst in die Ecke des lüsternden betrachtenden Voyeurs drängt!
Geboten bekommt man dabei so ziemlich alle sexuellen Abarten, plus frühzeitlichen Tortureporn, da Beide, besonders Christopher sich sehr an den Leid der Opfer ergötzt, überhaupt ist mit den Jungen was nicht Richtig, wenn Jane ihn nicht ranlässt, packt er sich einfach ein Ziege, die er danach tötet.
Wie ihr seht gibt es so einiges an Kontroversitäten, welche Schamesröte in das Gesicht von jeden Normalbürger treiben werden und Hassfalten auf die Stirn der katholischen Kirche - Damals wie Heute! Der Film ist bei uns erst sehr spät ungeschnitten erschienen und zählt in Übersee zu den "Videonastys".
Einige gnadenlose Effekte, die gut gemacht sind, haben mit Sicherheit auch ihren Teil dazu beigetragen, sind aber zu keinem Zeitpunkt selbstzweckhaft, sondern treiben einfach stylisch die Handlung voran....
Der Soundtrack selber ist auch eine Klasse für sich und reicht von den Ohrwurm "Destination Understanding" bis hin zu passenden hypnotischen Klängen die während der Morde eingespielt werden. Überhaupt möchte man nicht meinen, das der Film von 1975 ist, sondern eher, das es sich hier um Kind der Hippiebewegung handelt. Es kommen sogar 2 Hippies vor, was mehr wie eine Hommage an die Zeit damals ist!
Es fällt schwer, den Film einzuordnen, er gehört aber definitiv in jede gute "Bahnhofskinosammlung" und sollte von jedem, der das etwas andere Kino liebt, gesichtet werden.
Eine nicht hervorsehbare Handlung und plötzliche Wendungen, machen den Film bis zur letzten Minute zu was äußerst Sehenswertes!