Review

Staffel 5 - 8,5/10

Staffel 5


Abschied auf Raten

Hautkrebs und Dresscode, Kirche und Kinder, Azubis und Alkohol, Impotenz und Machtgehabe, Beziehungsstress und Egomanie - in der fünften und (leider) letzten Staffel „Stromberg“ haut die Serie nochmal ziemlich auf den höhenverstellbaren Tisch - selbst wenn manche Themen nur noch wenig neu kombiniert werden und nicht alle Handlungsstränge total zufriedenstellend zu Ende geführt werden...

„Stromberg“ ist ein Phänomen - und aus der deutschen TV-Landschaft der letzten zwanzig Jahren kaum wegzudenken. Selten wurde mehr gelacht über „langweilige“ Versicherungsangestellten wie du und ich, selten wuchsen einem alltägliche Figuren näher ans Herz, selten wurden Machotum und Fehlverhalten in Großkonzernen und von Obrigen derart gewievt vorgeführt, selten war eine arschige Figur beliebter. Bernd Stromberg ist Kult und gewissermaßen eine Ikone - selbst wenn ihm das selbst wahrscheinlich kaum bewusst wäre und sein Verhalten und seine Denke eher abschreckend als beispielhaft sind. Funktionieren tut es aber so oder so. Eine große Stärke dieser finalen Staffel ist seine mögliche Vaterschaft bzw. Jennifers Schwangerschaft, die dann doch erfreulicherweise hier und da das Menschliche und Verletzliche in ihm zum Vorschein bringt. Selbst wenn diese dann wieder mal erstaunlich plötzlich und düster endet - ein weiterer roter Faden, den man, wenn man über „Stromberg“ redet, oft vergisst/verdrängt. Weitere Pluspunkte des kompletten Projekts sind der Wiedererkennungswert von Figuren, Situationen, Themen und Charaktereigenschaften aus dem realen Leben, der geniale Bjarne Mädel (der gleichzeitig mit dem Tatortreiniger eine weitere ikonische Figur des deutschen Fernsehens schuf) und die enorme Kurzweiligkeit, der Wiederspielwert der gesamten Serie und viele kleine wiederkehrende Details, die der gesamten Produktion eine Intimität, Flüssigkeit und fast familiäre Nachvollziehbarkeit verleihen, sodass die nach wie vor enorm hohe Popularität der Serie und Figuren absolut nachvollziehbar erscheint. 

Fazit: Vaterschaft und Schiffskasko, Altlasten und Übertrag, Arschkriechen und Intrigen. Die letzte Staffel „Stromberg“ bietet nochmal einige Überraschungen und Lacher, selbst wenn sich leichte Abnutzungserscheinungen nicht wegreden lassen - selbst für den Bernd wird das eng... Aber der Papa macht das schon! (8,5/10)

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