Bevor Katastrophenking Irving Allen endgültig dem Trash-Charme erlag („The Swarm“) drehte er einige der erfolgreichsten Katastrophenfilme der 70er überhaupt, allen voran natürlich „Erdbeben“ und „Flammendes Inferno“.
Die berühmte Blaupause für diese Filme war „The Poseidon Adventure“, in dem ein Schiff im Mittelmeer einem Tsunami zum Opfer fällt und regelrecht umkippt. Eine Gruppe von Überlebenden, angeführt von einem tatendurstigen Priester kämpft sich durch den von Wasser immer mehr überfluteten Schiffsrumpf, um dorthin zu gelangen, wo die Schiffsumwandung am dünnsten ist.
Das Prinzip ist bekannt und beliebt: die Charaktere und die Szenerie werden eingeführt, die Katastrophe tritt ein, die Überlebenden machen sich auf den Weg, einige davon werden sterben.
Leider ist der Ruf des Films inzwischen stärker als seine tatsächliche Wirkung, denn inzwischen wirkt die Schiffskletterei arg angejahrt. Immer noch beeindrucken kann Gene Hackman mit einer energischen Gesamtleistung als Priester, der Tatkraft und das Letzte von seinen Begleitern abfordert, bis die Situation die Opferung des eigenen Lebens erfordert.
Ansonsten sind die Stars aber weder sehr erlesen, noch wirklich gut. Shelley Winters hat ein paar gute Szenen als nervtötender Jammermoppel, die schließlich vom Infarkt davongerafft wird, nachdem sie zwischendurch den Tag gerettet hat. Ernest Borgnine wird leider immer nur zum Querschießen und Streiten gebraucht und bekommt nie Gelegenheit, sich zu beweisen, allenfalls Roddy McDowell kann ein paar Sympathiepunkte sammeln.
Wie die Figuren hangelt sich der Film auch von einem gefahrvollen Set zum nächsten, läßt die interessantesten Charaktere umkommen und bleibt dennoch so statisch wie nur eben möglich. Bis zuum Alter von 13, 14 Jahren ist das dennoch ein beachtlicher Reißer, der an den Urängsten nagt, aber dannach knirscht es in den Gelenken.
Ein akzeptables Maß an Spannung will ich trotzdem nicht absprechen, aber etwas weniger Gerede und mehr Blubb hat schon bei „Titanic“ gut geholfen. (6/10)