Godzilla entsteigt dem Meer und bringt Tod und Zerstörung mit sich, was Armee und Wissenschaftler auf den Plan ruft, die dem Monster Einhalt gebieten möchten.
Rund zehn Jahre nach seinem letzten Auftritt in "Konga, Godzilla, King Kong: Die Brut des Teufels" und 30 Jahre nach seinem Debüt ließen die Japaner, diesmal unter der Regie von Koji Hashimoto, Godzilla erneut auf die Menschheit los und unser aller Lieblingsechse kehrt hier zu seinen Wurzeln zurück, denn das Monster balgt sich diesmal nicht mit anderen Monstern oder Außerirdischen, sondern stellt mit seinem Hunger nach Radioaktivität wie bei seinem ersten Auftritt eine Gefahr für die Menschen dar. Die Macher ignorierten die vorherigen Teile und knüpfen inhaltlich nur an den ersten Teil an, wobei man hier wiederum nichts vom Tod Godzillas durch den Oxygenzerstörer wissen will.
Der Film beginnt mit einem Schiff, welches bei der Auferstehung Godzillas zu Schaden kommt und ein Reporter findet Selbiges, entdeckt an Bord einen überlebenden Augenzeugen, knüpft Kontakte zu dessen Schwester (Lovestory inklusive) und einem Wissenschaftler und gemeinsam versucht man das Monster mittels eines Magnetsignals von seiner Zerstörungstour abzuhalten, während das Miltär mit Waffengewalt dem Treiben ein Ende setzen will.
Die menschlichen Figuren sind diesmal nicht so überdreht ausgefallen wie in den vorherigen Filmen und ihre Handlungen sind nachvollziehbar, wobei sich die ein oder andere Länge vor allem bei den ellenlangen Diskussionen der Regierungsvertreter über den Einsatz von atomaren Waffen oder den unspannenden Rettungsversuchen der Hauptfiguren aus einem Gebäude eingeschlichen haben. Kindliche Identifikationsfiguren und Humor (mit Ausnahme der kurzen Auftritte des Landstreichers, der die Panik nutzt, um sich satt zu essen und zu bereichern und Godzilla Flüche an den Kopf wirft) sucht man vergebens.
Neben den üblichen Monsterangriffen gibts abwechslungsreiche Action durch die Idee des durch Radioaktivität mutierten Godzillaparasiten, der ganz zu Beginn auf dem Schiff für Schrecken sorgt, den Einsatz eines Superfliegers mit Kadmiumbomben oder die versehentlich von einem russischen Satelliten abgeschossenen Atomrakete.
Der erste richtige Auftritt Godzillas lässt etwas auf sich warten, da man ihn anfangs nur angedeutet bekommt, doch wenn es dann an Land geht, gibts ihn endlich zu sehen. Optisch überzeugt das Ungeheuer, denn von dem putzigen Knuddeltier der Vorgänger hat man Abstand genommen und präsentiert eine grimmige Echse mit scharfen Zähnen und einem gut inszenierten Zerstörungsstrahl. Bei der Umsetzung der Echse griff man auf die bewährte Suitmation zurück und bei den Nahaufnahmen von Kopf und Pranke kam eine Roboterpuppe zum Einsatz.
Auch die Zerstörungsarien Godzillas sind überzeugend in Szene gesetzt, wobei die Modellstadt besonders gelungen ist und die Gebäude diesmal nicht bei der kleinsten Berührung in sich zusammenstürzen. Schön ist auch die klassische Zugentgleisungsszene oder die Spiegelung Godzillas in einem der Hochhäuser.
Bei all den Militäraufmärschen vermisst man als Fan der Reihe die herrliche Musik von Akira Ifukube, dessen Melodien die vorherigen Filme mit geprägt haben, aber mit der Zeit gewöhnt man sich an das recht amerikanisch wirkende Gedudel von Reijiro Koroku.
Insgesamt ist "Godzilla - Die Rückkehr des Monsters" eine gelungene Rückkehr zu der Godzillafigur, die man in der Verfilmung von 1954 schuf, also einem zerstörenden Monster ohne Verniedlichung, wobei ein paar Zähigkeiten in der Story den Sprung in die obersten Plätze meiner Lieblingsgodzillaverfilmungen verhindern.