Review

Nicht Fisch, nicht Fleisch - ganz Godzilla?


Zwischen 1975 und 1984 gab es satte neun Jahre lang keinen offiziellen „Godzilla“-Film. Das ist (gerade für Japan) schwer vorzustellen, aber die Wahrheit. Dann kam dieser Neustart - mehr oder weniger gleich mit zwei Versionen, der längeren japanischen Originalfassung und einer stark gekürzten/umgeschnittenen US-Version. Beide floppten nicht unerheblich, obwohl sie sich einigen Trends und Traditionen deutlich beugten. Wodurch es dann wieder vier Jahre brauchte, bis dieser Godzilla dann gegen Biorante und andere Urmonster in die Bresche springen musste und wieder für ein paar Jahre gut durchstartete. Lange Schrift, kurzer Sinn: in der von mir Fassung taucht Godzilla nach Jahrzehnten wieder aus dem Meer und ist hungrig auf atomare Power - während die Supermächte USA und UdSSR mit ihren Sprengköpfen drohen und Japan zwischen alle Fronten gerät…

Gesehen wurde und bewertet wird die japanische Originalfassung von ca. 100 Minuten. Doch egal wie sehr man hier trimmt oder verlängert - dieser „Gojira“ ist eher enttäuschend. Egal ob man mit dem übermächtigen Original aus den 50ern oder seinen Nachfolgern vergleicht. Selbst wenn's sicher auch schlechtere Ableger gab, vorher wie nachher. Die menschlichen Figuren sind wie immer Nebensache, selbst in dieser ausführlicheren Version. Das ist kaum schlimm, obwohl sie hier jetzt nicht wenig Screentime ausmachen und auch nicht die besten Darsteller besitzen. Um es subtil auszudrücken. Die Zerstörungswut der Riesenechse hält sich in Grenzen. Ihr Look ist bestenfalls okay, nie mehr. Eher sogar schwach, wenn man die viel zu süßen Kulleraugen näher betrachtet. Die politischen Untertönen sind gar keine Untertöne mehr und wohl noch das Stärkste am Film. Heute leider fast aktueller als damals. Der Score kann bei mir keine Gänsehaut bewirken und dieses fliegende Raumschiff als einigermaßen ebenbürtigen Gegner zu etablieren verursacht Kopfschütteln. Insgesamt weiß dieser „Gojira“ nie, ob er seinen kindlichen Matinee-Vorgängern im Gummianzug folgen oder krachend gen Zukunft weisen soll. 

Fazit: ein ziemlich schwachbrüstiger Neustart in den 80ern für unsere liebste Riesenechse - ernüchternd lahm und dezent. Zwischen Gummianzügen und Katastrophenkokolores. 

Details
Ähnliche Filme