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Die Genres Erotik und Sex könnte man manchmal mit der Bild-Zeitung vergleichen! Warum? Nun ja, genau wie das Käseblatt werden sie zwar angeblich von niemanden angeschaut, aber trotzdem spielen sie Jahr für Jahr Millionen ein. Nun hat sich Playboy-Produzent und Regisseur Kevin Burns mal daran gemacht, den Sex auf Zelluloid zu porträtieren und ihn, von den Anfängen in der Stummfilmzeit bis zum aktuellen Geschehen, zu durchleuchten. Herausgekommen ist dabei eine recht interessante, aber alles in allem eher nichts sagende Dokumentation.

In "Sex at 24 Frames per Second" wird dem Zuschauer in Windeseile die komplette Sexfilm-Ära vor Augen geführt. In einem wilden Mix aus Interviews und Filmschnipseln, sehen wir zuerst die ganz frühen Anfänge des Sexfilmes. Denn schon zu Schwarz-Weiss-Zeiten, wurde vor der Kamera gestrippt und gepoppt. Man erfährt das damals, als die amerikanische prüde Filmzensur noch in der Zukunft lag, doch teilweise wesentlich mehr zu sehen war, als in späteren Zeiten. Erst in den 30er-Jahren wurde ein sogenannter Produzenten-Codex erfunden, an den sich zukünftig alle halten sollten. Also wurde es zwischen 1930 und 1950 erst einmal ruhig, bevor die "sexuelle Befreiung" in den 60er-Jahren, wieder zu mehr "Schmutz" auf der Leinwand führte und das amerikanische Film-Einstufungssystem (MPAA) erfunden wurde. Und danach kamen die Skandale (z. Bsp. "Caligula" oder "Deep Throat"), dann die Sex-Klamotten, bis hin zur Vermischung aus Sex and Crime alla "Basic Instinkt"! Nahezu alles was in irgend einer Beziehung zum (Film-)Sex steht, wird hier durchleuchtet und vorgeführt.

Doch wie soll man es schaffen, in 99 Minuten alle möglichen Skandalfilmchen und potenzielle Sexstreifen unter zu kriegen? In dem man sich einfach beeilt! Und hier liegt der Hauptkritikpunkt des ganzen Doku-Wirrwarr! Denn so interessant das Ganze auch sein mag, man kriegt kaum etwas richtig mit. Denn bevor man zu den wirklich interessanten Fakten, bei dem ein oder anderen Streifen, kommt, befindet man sich schon wieder beim nächsten Film. Alles wird nur kurz einmal angerissen, zwei, drei kurze Filmszenen werden gezeigt und (hauptsächlich) Hugh Hafner darf dann noch ein paar Worte dazu verlieren. Und das wars dann auch schon. Länger als eine Minute wird sich kaum bei keinem Film aufgehalten, womit das Ganze dann doch eher wie eine Achterbahnfahrt durch die Sexfilmjahrzehnte wirkt, als wie eine interessant gestaltete und mit Hintergrundinformationen bestückte Doku. Und das ist, im Anbetracht des interessanten Themas (ja, ich stehe dazu;)), einfach zu wenig!

Fazit: Interessante Fahrt durch die wilden Sexfilmjahrzehnte, von der Stummfilmzeit bis heute. Da das, durchaus interessante, Füllmaterial allerdings in einem viel zu schnellen Tempo abgearbeitet wird und dadurch nur wenige Fakten den Zuschauer erreichen, bleibt unterm Strich nur eine Collage aus den unterschiedlichsten (Sex)-Szenen, die ab und an von 5-sekündigen Interview-Schnipseln unterbrochen werden, übrig. Aber na ja, anschauen kann man sich diese "Illusion der Leidenschaft" allemal!

Wertung: 6/10 Punkte

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