Dr. Jekyll y el Hombre Lobo ist einer jener Filme die voll und ganz zu ihrem Titel aufleben. Wer denkt bei dieser Konstellation nicht sofort an die heydays des Horrorkinos, an jene tage als die Universalstudios noch den ton für das Genre vorgaben.
Doch nicht nur der Titel, sondern der ganze Inszenierungsstil des Filmes stellt eine quasi Verbeugung vor den Meistern des Geres dar.
Kurz zum Inhalt des Filmes:
Imre Kostaz, ein Freund von Henry Jekyll, reist in sein Heimat Dorf Baliavaste um dort das Grab seiner Eltern aufzusuchen. Zusammen mit seiner Frau Imre in Baliavaste angekommen warnt man in im Dorf davor nachts unterwegs zu sein da Räuber in der Gegend ihr Unwesen treiben, Räuber und etwas Schlimmeres...
Am Nächsten Tag suchen Imre und Justine den Friedhof auf.
Als Imre beobachtet wie Räuber sich an seinem Auto zu schaffen machen und versucht dies zu vereiteln, wird er niedergestochen. Die Räuber greifen dann Justine an, werden aber von Waldemar Daninsky aufgehalten der zwei von ihnen tötet. Er bringt Justine auf sein Schloss damit seine Haushälterin sie heilt.
Der entkommene Räuber indes will Rache für den Tod seiner Brüder und wiegelt dazu das Dorf gegen Waldemar auf.
Justine wurde zwischenzeitlich Zeuge des Fluches der auf den Daninskys lastet.
Nach dem Lynchmord an seiner Haushälterin flieht Daninsky mit Justine nach London, natürlich nicht ehe er den letzten der Räuber getötet hat. Zurück in London sucht Justine ihren Freund Henry auf und bittet ihn um Hilfe bei dem versuch Waldemar zu heilen. Henry, ein Enkel des berüchtigten Dr. Jekyll, beschließt, nachdem er selbst Zeuge des Fluches wurde, ein gefährliches Experiment zu wagen: Da der Werwolf eine Widerspiegelung des Bösen im Menschen ist, ähnlich der Gestalt des Mr. Hyde, plant Henry Waldemar das Serum zu Spritzen welches einst seinen Großvater verwandelte. Die Verwandlung von Waldemar in Mr. Hyde, unmittelbar bevor dieser sich in den Werwolf verwandelt, sollte zu einem Kampf der beiden Naturen führen. Wenn dann die Hyde Seite den Werwolf bezwungen hat, würde ein anderes Serum ihn von der gestalt des Mr. Hyde befreien und Waldemar wäre geheilt…
Unnötig zu erwähnen das dieses Experiment, welches anfänglich erfolg hat, durch einen Sabotageakt zunichte gemacht wird und Waldemar in folge dessen London als Mr. Hyde unsicher macht. Am ende des Filmes wird Waldemar wieder einmal durch die Hand einer Frau welche ihn Liebt getötet, denn dies ist der einzige Weg den Fluch endgültig zu brechen.
Dr. Jeckyll y el Hombre Lobo hat etwas von einer Zeitreise durch das Horrorkino: Im ersten Drittel des Filmes haben wir eine Erzählstruktur und einen Stil der an die oben erwähnten Universal Monster erinnert, zur Filmmitte hin wandelt sich dies zu einem der Hammer Tradition verhafteten Stil, um schließlich zum ende hin dem 70er Jahre Folter und Sadismus Trend zu folgen.
Obwohl die Idee Dr. Jekyll auf den Werwolf treffen zu lassen ein durchaus logischer Schritt war, aufgrund der auch im Film erwähnten Verwandtschaft der Charaktere, war die Durchführung zwangsläufig gefährdet der Lächerlichkeit zu erliegen. Würde man ein solches Projekt in heutiger Zeit lancieren, würde daraus eine sich selbst karikierende Horror Komödie werden welche denn weder Fisch noch Fleisch wäre (ähnlich Wes Craven’s Cursed).
Regisseur Leon Klimovsky war jedoch schlau genug dieser Versuchung nicht zu erliegen und den Film mit der selben Ernsthaftigkeit zu Inszenieren, mit der schon das legendäre Vorbild (Frankenstein meets the Wolf Man / Universal 1943) in Szene gesetzt wurde.
So wurde Dr. Jekyll y el Hombre Lobo ein aus heutiger Sicht witziger Film ohne etwa Lächerlich zu sein (wenn man bereit ist über gewisse Zeitlich bedingte gegebenheiten hinwegzusehen wie z.B. Kunstblut das wie Wandfarbe aussieht und eine Werwolfsmaske die wohl genau das ist, eine Maske).
Anders als seine Vorgänger weist Dr. Jekyll y el Hombre Lobo ein exaktes Zeitliches Setting auf, nämlich die frühen Siebziger, welches dem Film einerseits einen besonderen Charme verleiht, ihn andererseits jedoch schlechter altern ließ und ihm über die Story hinaus eine weitere Quelle unfreiwilliger Komik beschert hat, in den Klamotten dieser Zeit möchte man heute nicht einmal tot erwischt werden.
Gemeinhin gilt zwar der im Vorjahr gedrehte Film La noche de Walpurgis / Die Nacht der Vampire (ebenfalls von Leon Klimovsky ) als bester Teil der Serie, doch Dr. Jekyll y el Hombre Lobo weist gegenüber seinen Vorgängern eine ungewöhnlich kohärente Story auf welche ihn, zusammen mit den erwähnten Anleihen bei früheren Werken, zu einem Ungemein kurzweiligen Film macht.
Fazit: Für Naschy Fans sowieso ein Muss ist Dr. Jekyll y el Hombre Lobo eine Empfehlung für alle die einen kurzweiligen Streifen für ihren Popcornabend suchen.