Review
von firetrain
Hihi, für einen Paul Naschy-Freak wie mich ist DIE NACHT DER BLUTIGEN WÖLFE (DOCTOR JEKYLL Y EL HOMBRE LOBO) natürlich die reinste Fundgrube für 90 Minuten Gruselmumpitz vom Feinsten...
Ich weiss nicht, ob der gute Paule das Drehbuch im Delirium geschrieben hat (viele seiner kultig-ulkigen Drehbücher schrieb er übrigens in einzelnen Nächten - siehe auch den genialen HORROR RISES FROM THE TOMB), aber DIE NACHT DER BLUTIGEN WÖLFE ist wirklich eine sehr, sehr unterhaltsame, knallbunte Trash-Story! Was für ein Unfug...
Die Story? Hmmm, das ist schwierig... Jedenfalls fährt ein Pärchen (Walter und Justine) durch den dunklen Tann, bis sie anhalten und auf einen Dorfdeppen mit einer horriblen Akne im Gesicht treffen, der sich aber als harmlos herausstellt. Nicht ganz so harmlos sind die bösen Dorfbewohner, die Walter kurzerhand die Preiselbeeren aus der Plauze donnern. Doch dann taucht Paule auf, ganz heldenlike, und rettet Justine vor den bösen Buben. Doch Paule hat ein Problem: in Vollmondnächten verwandelt er sich zu einem blutrünstigen, wildgewordenen Teddybären (= Werwolf). Da ist guter Rat teuer... Justine kennt jedoch einen gewissen Dr. Jekyll (der sympathische Kult-Euro-Star Jack Taylor), der mit seinen Experimenten vielleicht auch Paule helfen könnte. Die beiden machen sich also auf den Weg nach London...
Und in London geht's dann richtig los: Paule verwandelt sich nach einem Experiment von besagtem Dr. Jekyll (das auf eine unglaublich naive und putzige Art und Weise "wissenschaftlich" erklärt wird) in den fiesen Mr. Hyde und legt richtig los!
Hui, das macht Spass! Selbst für Paules sonstige abgedrehten Filmrollen ist DIE NACHT DER BLUTIGEN WÖLFE noch eine grandiose Steigerung! Die Naivität hat einen knallbunten Charme, der Paulefans in die Hände klatschen lässt vor Vergnügen (meine Hände waren am Ende jedenfalls wund). Und doch spürt man seine echte Hingabe und Liebe zum Horrorfilm der alten Universalschule - nur eben leicht modernisiert (hust) und mit ein paar blutigen Einlagen und Titten aufgemotzt. Die Handlung erinnert wieder einmal an alte Europa-Hörspiel-Platten ala DRACULA TRIFFT FRANKENSTEIN, das sich auch gut und gern ein Kind hätte ausdenken können, das zu viele John-Sinclair-Groschenheftchen gelesen hat... Den Unbedarften gehört die Welt! Man nehme einfach einen Werwolf und eine Prise Mad-Scientist-Unfug in Dr. Jekyll and Mr. Hyde-Manier (nur 1000mal naiver) und mixe das Ganze mit ein paar Titten und sonstigen Grusel-Mumpitz-Einlagen - und schon hat man einen Film, der Fans gefallen und Leute, die sonst nur Hollywoodfilme schauen, in die Irrenanstalt treibt, wo sie den Rest ihres Lebens verbringen dürfen. Ich finds jedenfalls toll... :-)
P.S. Vorsicht vor dem deutschsprachigen Bootleg!