Wie klingt eigentlich „The House in Nightmare Park“?
Horribel, da erwartet man doch gleich, einige flotte Leichenteile unter dem Teppich vorzufinden.
Und wie klingt „Das Haus der lachenden Leichen“?
Eigentlich doch schon im Ansatz fürchterlich!
Leider handelt es sich bei den beiden Titeln um den gleichen Film und ich muss in aller Traurigkeit konstatieren, dass der deutsche Titel der Wahrheit leider näher kommt – ohne dass der Film auch nur im Mindesten ein Brüller wäre. Aber er versucht es immer wieder – über die komplette Lauflänge.
Okay, hier kommt das Beef: in einem historisch irgendwie nicht näher definierten England (irgendwo wirr zwischen viktorianisch und georgianisch festgedübelt) langweilt der Shakespeare-Rezitator Foster Twelvetrees sein nicht allzu zahlreiches Publikum mit seiner „Performance“, die hauptsächlich aus übertriebenen Theatergesten, akustischen Dehnübungen und Augenrollen besteht.
Das geht solange, bis er von Stuart Henderson auf seinen Landsitz eingeladen wird, um dort seine Talente zur Schau zu stellen (zum Glück kommt es trotz dauernder Androhung nie dazu, während der Film läuft). Tatsächlich haben Henderson und seine tödlich dreinblickende Gemahlin Finsteres im Sinn, nämlich ihn baldmöglichst abzumurksen. Foster ist nämlich der (uneheliche) Geheimerbe der Immobilie samt Schatzinhalt und hat keine Ahnung von nichts.
Aus irgendeinem unwichtigen Grund (nämlich dass niemand weiß, wo sich die sagenhaften Juwelen befinden) kann man ihm nicht sofort den Hahn zudrehen und so müssen Ray Milland als Schlossherr, seine starrende Gattin, der Hindu-Butler und allerlei weitere Verwandte einen regelrechten Tanz aufführen, bis endlich jemand anfängt, die Menagerie zu meucheln, leider meistens im Off.
Der Film hat leider nur einen einzigen Daseinsgrund und der heißt Frankie Howerd, der sich – so in der Richtung Karl Dall – in den 60er und 70er Jahren einen Namen in allerlei semi-schlüpfrigen Formaten machten, in denen er das Geschehen um sich herum stets semi-ignorant kommentieren konnte, ohne je den Gag wirklich zu verstehen. Howerd schafft sich auch hier seine eigene Realität, spielt am Plot entlang und vorbei und streut verbale Schwinger, ohne Angst davor zu haben, sie an sich selbst auszuteilen, während er sicher ist, dass er andere beleidigt, die ihn praktisch permanent beleidigen, wovon er aber kaum etwas merkt, weil er zu selbstzentriert ist.
Das ist manchmal wirklich lustig, wenn er um eine raffiniertere Beleidigung bittet oder ihm vor der Nase das Frühstücksbuffet weggeschnappt wird, woraufhin er sich eisenhart an den Resten auf den anderen Tellern bedient.
Das ist so treffsicher, wie zur gleichen Zeit Ilja Richter und Rudi Carrell der Hit in Deutschland war und man das heute nur noch unter Schmerzen genießen kann – hat aber das Problem, dass der Film sonst nur wenig zu bieten hat, da er a) harmlos ist und b) alle total straight spielen, damit die Fallhöhe halbwegs bemerkbar bleibt.
Howerd hatte nie eine große Filmkarriere, war aber auf Bühne und im TV ein Großer auf der Insel, wo der krankhaft schüchterne und an Lampenfieber leidende Komiker eine langjährige Entertainerkarriee genießen konnte. Allerdings war er stets mehr ein Performer, der mit Sprache arbeitete, so dass sein Humor praktisch aus seiner Reaktion auf seine Texte erwuchs.
Wer also „Carry On/Is ja irre“ erwartet, ist hier falsch, wir sind hier mehr auf „Music Hall“-Terrain, was man besser goutieren, denn genießen kann, denn wirklich in Erinnerung bleibt der Film nicht, da er nie richtig durchstartet.
Meine Empfehlung ist daher, bei Ansicht besser nur auf Howerds verschwurbelte Verbaldrechseleien zu achten und die Horroransprüche besser herunter zu schrauben, aber auch so wird der Film ziemlich lang, daher erwarte man eher eine 4/10.