1963 verschuldet die kleine Helen Selleck während einer Autofahrt unabsichtlich den Tod ihrer Mutter... und als sich anschließend im Krankenhaus aus noch ein Pfleger über das Mädchen hermachen will und dafür von ihr mit einer Glasscherbe erstochen wird, ist klar, dass das Gör nun einen Knacks fürs Leben weghat. Der Dachschaden ist auch 17 Jahre später noch akut, als die inzwischen erwachsene Helen sich als Theater-Schauspielerin versucht und sogar in ein kleines Ensemble aufgenommen wird. Mit dem Neuzugang soll allerdings niemand so richtig glücklich werden, denn schon bald setzt eine mysteriöse Mordserie ein, der Darsteller und Crew zum Opfer fallen... "Nightmares on the Street" (der im Original einfach nur "Nightmares" heißt, was direkt mal weniger Freddy Krueger-Assoziationen weckt) ist der ziemlich gurkige Versuch des Australiers John D. Lamond, sich mit einem ähnlich gestrickten Filmchen in die Slasherfilm-Welle der frühen 80er Jahre einzuschleichen, was die Vermutung nahelegt, dass man damals wohl auch down under "Halloween" und "Freitag der 13." gesehen hat. Mit den beiden genannten Klassikern kann der vorliegende Streifen jedoch keinesfalls konkurrieren, denn hier hat man es nicht mit einem zu Unrecht übersehenen Juwel aus der Low-Budget-Ecke zu tun, sondern mal eher mit einem inkompetent zusammengeschusterten Psychopathen-Gewäsch, dem schon zur Entstehungszeit nichts Neues zum Thema "Kindertraumata und Mordtaten" mehr eingefallen ist. Okay, die psychologische Erklärungs-Kelle wird hier zwar auch wieder mal kräftig geschwungen, um einen recht unspektakulären Body-Count zu legitimieren (und so manch Unbedarfter bekommt sie auch mit Schmackes auf den dummen Dötz gehauen, wenn er nicht Acht gibt!), aber irgendwie glaube ich trotzdem kaum, dass selbst ein Sigmund Freud noch seinen Spaß mit diesem Mist gehabt hätte. Da Lamond auch echt mal kein Meister seines Fachs gewesen ist, verhält es sich formal bei "Nightmare on the Street" nicht viel anders als bei seinem vorhergehendem 1978er-"Emmanuelle"-Nachzieher "Felicity - Sündige Versuchung", wobei jener ja auch schon seinem gewählten Vorbild in wirklich keiner Beziehung das Wasser reichen konnte. Der ziemlich unübersichtlich geflmte und montierte Autounfall in der Eingangs-Sequenz lässt da bereits direkt zu Beginn nichts Gutes erahnen und im weiteren Verlauf der Handlung liegt der Fokus doch tatsächlich mehr auf dem möchtegern-satirisch bis flapsig dargestellten Theater-Alltag als auf den nur als Nebensächlichkeit angelegten Morden. Abrupte Szenen-Abblenden und mit der Brechstange reingefriemelte Flashbacks bestimmen da das allegemeine Erscheinungsbild und wirken sich nicht unbedingt Spannungs-fördern aus, während einige unästhetische, rüde Sex-Einlagen da zumeist aber noch von recht verschwenderischem Kunstblut-Gesudel gekrönt werden... in dieser Hinsicht treibt "Nightmare on the Street" also wirklich die genreübliche Verbindung von Sex und Gewalt auf die Spitze. Zwar dudelt der Score da mächtig bedeutungsschwanger vor sich hin (und das beinahe non-stop), schafft es aber niemals, Carpenter-like die passende Stimmung zu erzeugen. Die Frage nach der wahren Identität des Mörders gestaltet sich ebenfalls müßig, denn selbst für den allerletzten Depp sollte von Anfang an klar sein, wer nun eigentlich der irre Schlitzer ist. Die vielen PoV-Einstellungen (natürlich mit schwerem Gekeuche auf der Tonspur) stehen dem Anliegen des Drehbuchautors entgegen, so eine Art Geisteskranken-Psychogramm à la "Maniac" aus der Sicht der Protagonistin zu fertigen und verwässern den Gesamteindruck nur unnötig. Inmitten dieses tödlich langweiligen Mülls wirkt die passable Performance der hübschen Hauptdarstellerin Jenny Neumann, die irgendwo zwischen "verschrecktem Reh" und "Miststück" angelegt ist, dann auch vollkommen verschenkt. Fazit: Nicht Fisch, nicht Fleisch, aber völlig für die Tonne.
2/10