Review

Nun also „Ju-On“, american style.
„The Grudge“ gibt es nun ein drittes Mal, nachdem der Film bereits als Videopremiere und Kinostreifen in Asien ausgewertet worden war, diesmal mit amerikanischer Schauspielverstärkung für die US-Kinokassen.
Und siehe da: wie bei „The Ring“ hat es finanziell funktioniert, der Film hat deftig Kasse gemacht und wärmt den Herd schon für die Fortsetzung vor.

Spielort ist und bleibt Tokyo, nur daß diesmal Sarah Michelle Gellar den Part der Quasi-Hauptfigur einnimmt, die im Mittelpunkt des Fluchs steht.
Ansonsten ist alles beim Alten geblieben, die Episodenstruktur steht, die nicht-chronologische Erzählweise wurde beibehalten, die Szenen sind sogar größtenteils die gleichen geblieben, wurde hier und da lediglich etwas gekürzt, gestrafft oder ausgeweitet. Einige Passagen, etwa der Teil mit den Schulmädchen wurde herausgenommen (der störte schon im Original), stattdessen darf jetzt Bill Pullman als Zielobjekt des Begehrens des Fluchopfers noch den Kopf herhalten. Außerdem hat man die Andeutungen über die Vorgänge um so wenig ausgeweitet, daß jetzt der Auslöser des Fluchs ein wenig verständlicher geraten ist, logische Brüche über die Vorgänge oder das ungeklärte Verschwinden gewisser Figuren bleibt aber bestehen.

So ist auch „The Grudge“ kein Film für Leute, die gern für alles, was sie sehen, eine Erklärung präsentiert bekommen wollen. Fragezeichen bleiben, denn der Film funktioniert auch in dieser Version in erster Linie über den präsentierten Terror, einen Strudel von fluchbeladenen Ereignissen, aus dem die beteiligten „Delinquenten“ einfach nicht mehr entkommen können. Rein von der Absicht, Unruhe oder Beklemmung zu produzieren, liefert „The Grudge“ mehr als pünktlich, es bleibt aber die Frage, ob das Publikum so eine Lieferung noch annimmt, da der Markt seit Jahren mit Schock und Schrecken gesättigt ist und noch dazu ein Asien-Remake voran ging, das inhaltlich und erzählerisch einiges mehr zu bieten hatte.

In diesen Film muß man sich hereinfallen lassen ohne Kompromisse, sonst kann er nicht seine Wirkung entfalten, ja erscheint sogar fade oder infantil in seiner permanenten Schreckenskulisse. Daß die das fachliche Können, aus dem Geisterglauben die Spannung herauszupressen jedoch immer noch deutlich über dem Level gängiger DVD-Ware liegt, muß aber nochmals erwähnt werden.

Trotzdem wäre es von Vorteil, wenn man sich für die Fortsetzung mehr einfallen lassen würde, als den zweiten japanischen Film einfach zu remaken, der nämlich schon unter Abnützungserscheinungen der Formel litt.
Hier kann man sich aber immer noch an der guten, alten, gnadenlosen Formel erfreuen, daß einfach alle dran glauben müssen, ob sie wollen oder nicht. (7/10)

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