Nachdem Sam Raimi so begeistert von Takashi Shimizus Ju-On: The Grudge 2 war hat Uncle Sam ein bisschen Kohle springen lassen so dass Takashi Shimizu den ersten Teil seiner Gruselsaga neu verfilmen konnte, mit einer wesentlich einfacheren Story und Hauptdarstellern die keine Kulleraugen haben. Die Rede ist hier von dem äußerst Erfolgreichen US Remake The Grudge, man beachte dass The Grudge bereits das zweite Remake des klassischen Ju-On ist. Natürlich ist vom Budget her mehr möglich gewesen, aber trotzdem bleibt eine leichte Spur der Enttäuschung zurück. Die Geschichte des US- Remake ist weitaus nicht so bedrückend und kompliziert wie im Original, alles wurde (leider) schön auf uns westliche Zuschauer abgestimmt. Man muss halt auch an den Erfolg denken und da kann man leider der jüngeren Zielgruppe keinen Film vorsetzen den sie nicht verstehen. Dabei stört mich die westliche Vereinfachung gar nicht so sehr sondern der Punkt dass es sich bei The Grudge bis auf diese kleine Verständnisänderung um ein 1:1 Remake handelt. Manche Szenen wurden echt Bild für Bild übernommen, dass beste Beispiel wäre da die Duschszene. The Grudge mag zwar für ein Publikum konzipiert sein die dass Original nicht kennen aber von einem Regisseur wie Takashi Shimizu hätte ich ein bisschen mehr Kreativität erwartet. Nichts desto trotz ist The Grudge aber ein solider Horrorfilm mit guten Schauspielern und einigen Schockmomenten die es in sich haben. Von der Kameraführung bis zur Musik liegt The Grudge auf einem sehr beeindruckendem Niveau.
Was The Grudge eigentlich von anderen J-Horror Remakes wie The Ring unterscheidet ist nicht nur dass Takashi Shimizu selber die Regie führt sondern auch die japanischen Drehorte. Am Hauptkern der Geschichte wurde wirklich nichts geändert was auch gut so ist, The Grudge kann sich problemlos bei den originalen Ju-On Filmen einreihen. Vorkenntnisse über die Originalfilme benötigt man bei US- Remake übrigens nicht. Auch im Remake werden die einzelnen Geschichten erzählt und auch hier gibt es eigentlich keine Veränderungen, bis auf die Geschichte mit dem Polizisten (Ryu Ishibashi) die hier sehr vereinfacht und auch noch leicht verändert wurde. Somit verliert der Film ein ganzes Stück an Grusel und Mystery. Im Remake hat man sich viel mehr mit dem "Warum" beschäftigt (denke nicht das diese Idee von Shimizu stammt). Man geht mehr auf Kayakos Vergangenheit ein und es wird letztendlich eigentlich das ganze Rätsel gelöst, was natürlich das Problem mit sich zieht eine spannende Fortsetzung zu drehen.
Schauspielerisch gibt es hier einen kleinen Mix zwischen Amerikanern und Japanern. Aus dem Originalfilm spielt die komplette Grudge Familie Saeki und der alte Mann mit. Sarah Michelle Gellar in der Hauptrolle passt nicht nur gut in den Film, sondern spricht auch optisch an (genervt hat sie mich jedenfalls nicht). Insgesamt eine gute Besetzung wo bekannte Darsteller wie Bill Pullman und Sarah Michelle Gellar sowie unbekannte Darsteller einen guten Job abliefern. Die Rolle des Carecenter Chefs wird von Sam Raimis jüngeren Bruder Ted gespielt.
Meine Lieblingsfassung von The Grudge ist für mich der Directors Cut der neben einigen neuen und guten Szenen auch noch härter ist als die PG-13 Kinofassung. Ich kann jedem nur empfehlen wenn ihm OmU nicht stört sich The Grudge im Directors Cut anzusehen.
Fazit:
Ein eigenständiger Film hätte mir weitaus besser gefallen als ein 1:1 Remake. Aber ich will mich gar nicht großartig beschweren, The Grudge ist nämlich in der aufpolierten US Version ziemlich furchteinflößend. Jeder Grusel Fan kann hier eigentlich ohne zu zögern zugreifen. Fans des Originals werden allerdings enttäuscht sein, doch wer als Fan seine Ansprüche etwas zurückschraubt sollte aber auch bestens unterhalten werden. Trotz geringer bzw. keinen nennenswerten Neuerungen reicht es hier aber Dank der beängstigenden Atmosphäre und den wirklich gelungenen Schockmomenten aber für 7/10 Punkte.