Review
von Leimbacher-Mario
Verflucht gut… für ein US-Remake
Takashi Shimizu höchstpersönlich durfte nach Hollywood (oder besser gesagt Hollywood nach Japan holen) um einen US-produzierten „The Grudge“ aus der gruseligen Taufe zu heben. Mit „Buffy“ als Zugpferd und dem J-Horror-Hype dank dem (noch besseren) „The Ring“-Remake auf seinem Höhepunkt. Erzählt wird hier von ein paar amerikanischen Tokiobewohnern, die nach und nach mit dem tödlichen Fluch in Verbindung kommen und natürlich das Zeitliche segnen - wie gewohnt durch den berühmten katzengeräuschemachende Jungen mit fahler Hautfarbe oder die sich verbiegende weiblichen „Bettstürmerin“…
Der amerikanische „The Grudge“ von 2004 war ein Hit mit Ansage, viel schief laufen konnte da monetär nicht. Aber qualitativ hätte das Ergebnis (vielleicht gerade deswegen) doch um einiges schlechter ausfallen können. Warum diese erste US-Version auch heute noch (am besten im etwas blutigeren und ausführlicheren Directors Cut) sehenswert ist, hat einige klare Gründe. Der Look ist schön trist und vermittelt (wie der Fluch selbst) ein spürbar auswegloses Gefühl. Sarah Michelle Gellar war damals nicht nur ein absoluter A-Lister, sondern auch einfach süßester Schwarmstoff - egal wie hölzern sie manchmal wirken mag. Die Laufzeit lässt keine Längen zu. Kayako wird erfreulicherweise von dergleichen Person gespielt, wie in den japanischen Ursprüngen. Die positive Belassung der Handlung im Land der aufgehenden Sonne spielt eine Rolle. Dass es wie ein routiniertes Allerlei aus den gruseligsten Szenen des Franchises bis dahin wirkt, stößt weniger übel auf als es Spaß macht. Und natürlich der Hauptgrund und Kit in allen Belangen: dass man Reihenschöpfer Takashi Shimizu das Ruder überlassen hat verleiht diesem Remake sehr viel Klasse und Zugehörigkeit zum allgemeinen „Todesfluch“-Mythos. Mal ganz abgesehen davon, dass Szenen wie „der loopende Aufzug“ oder „die hochschlagende Bettdecke“ nie an Grusel verlieren. Vom edlen Gänsehautsounddesign mit Katzengeschrei und Stimmklackern will ich gar nicht erst anfangen. Für mich also eine gelungene Version mit Tempo und Stil. Alles andere als unwürdig. Weit besser als der neueste Film von Pesce. Nicht ganz an der 2003er Japanversion.
Fazit: eher ein Best Of der gruseligsten Grudge-Szenen bis dato. Eine gelungene Fusion von Ost und West, Schocks und Gänsehaut, Shimizu hier und Shimizu dort. Und natürlich allein durch SMG damals eine schwärmerische Angelegenheit.