Wer sich schon mal dazu überwunden hat eine RTL- Serie oder einen RTL- TV- Film anzusehen, wird sicher bemerkt haben, dass der berühmte Privatsender gerne von irgendwelchen Hollywoodstreifen kopiert. So sind Serien wie "Der Clown" oder "Alarm für Cobra 11" voll mit Zeitlupen-Geballer und weiteren recht peinlichen Kopien diverser Actionstreifen. Auch für die Vorbereitungen des neusten "Eventmovies" hat man sich offensichtlich einige Hollywoodfilme angesehen. Die Story um "Haiforschung", "Krebsbekämpfung" und "klonen" ist offensichtlich aus Deep Blue Sea gestohlen, für die restlichen Haiszenen hat sich auch RTL beim immer noch unübertroffenen Spielberg Meisterwerk "Jaws" bedient. Die Haiangriffe werden vertuscht (Opfer in Schiffschraube gekommen - wo haben wir das nur schon mal gesehen?), es gibt eine Strandparty mit Nacktbaden, Alkohol und Haiangriff und am Ende sprengt Moeller den Hai fast genau wie Scheider in die Luft, nur das der Hai statt einer Sauerstoffflasche einen -Achtung- Jetski im Maul hat.
Zudem wird dreist die "Ich komme wieder" Szene aus Terminator kopiert. Ja, hier findet man so einiges, was man schon in anderen Streifen (viel besser) gesehen hat.
Aber warum sollte man auch mehr Geld für die Drehbuchautoren ausgeben als für die Darsteller. Gut, Moeller wird schon einiges gekostet haben, aber für den Supportcast bediente man sich bei hauseigenen Seriendarstellern wie Carsten Spengemann oder Katy Karrenbauer. Diese Leute besitzen fast ausnahmslos soviel Schauspieltalent wie "Hollywoodstar" (*hust*) Ralf Moeller, sprich gar keins. Anders als das "Original" (Schwarzenegger) besitzt Moeller zudem keinerlei Ausstrahlung. Komplettiert wird diese lahme Vorstellung durch dämliche Dialoge, Sprüche ("Mein Gefrierschrank ist leer. Und ich werde Sauer wenn ich Hunger habe") und Scherze. Stellenweise wirkt der Film sogar wie eine schlechte Sommerkomödie. In anderen Szenen hingegen meint man wahlweise Baywatch oder irgendeine Soap zu schauen, wenn Teens zu fescher Musik Jetski fahren oder tanzen. Das Ganze natürlich wie ein Musikclip geschnitten. Ach ja Liebeleinen und Beziehungsprobleme dürfen auch nicht fehlen. Ebenfalls auf Soapniveau ist dabei die Charakterzeichnung.
Tja soweit so schlecht. Was könnte den Film also retten? Spannung, Action, Blut oder gute Effekte vielleicht. Nun, das Alles hat der Film nicht. Spannung kommt überhaupt nicht auf, weder bei den lahmen Haiangriffen noch bei sonst einer Szene im Film. Die Actionszenen im Film kann man durchaus als nett bezeichnen, aber da hat man auch in RTL- Serien schon spektakuläreres und besseres gesehen. Blut gibt es bei einer 20:15 Produktion erwartungsgemäß wenig. Bleiben also nur noch die Effekte, vornehmlich das Design des Hais, bzw. der Haie. Denn auf Aufnahmen echter Tiere hat man bis auf wenige Ausnahmen verzichtet. Leider sind die Computeranimationen mehr schlecht als recht. Den normalen Haien sieht man den Ursprung aus dem Computer spätestens auf den zweiten Blick an. Beim Megadolon verhält es sich natürlich nicht anders, wobei man dem Viech schlauerweise (bzw. nach Spielbergmanier) eher wenige Auftritte in voller Größe gewährt.
Fazit: Ein weiterer B- Movie Marke RTL, verkauft als großer Eventmovie. Wieder Mal klaut sich RTL aus verschiedenen Hollywoodfilmen einen Film zusammen und wird sicher wieder eine ordentliche bis gute Quote erreicht haben. Verdient hat dieser Film diese aber nicht. (2/10)