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Eine RTL-Weltpremiere, Informationssperre, dazu allerlei RTL Pseudoschauspieler und wie könnte es typischer nicht sein: Handlungsort Mallorca. Kann das überhaupt was werden? Definitiv nicht! Was dem anspruchsvolleren Zuschauer bereits im Vorraus klar war, wird nach gut zwei Stunden "Hai Alarm auf Mallorca" Gewissheit: Dieser Film ist einfach nur schlecht, und das in fast allen Belangen.
Doch suchen wir mittels Lupe zunächst einmal das Positive: Da wäre eigentlich ausschließlich die auf nobel getrimmte Optik anzuführen, die teils durchaus schick gelungen ist und auch mit schnellen Schnitten nicht geizt. Die "Sonne-Strand und Palmen"-Schauplätze sind insgesamt ein netter Kontrast zum sonst üblichen Berlin oder Köln, doch fängt die Kritik auch bereits bei der Optik an. Regisseur Jorgo Papavassiliou (Wer zum Teufel auch immer das sein mag) hat so dreist aus diveren Hollywood-Blockbustern geklaut, daß einem passagenweise schon richtig übel werden kann. So finden wir unter anderem Tony Scott-typische Stakato-Szenen, auf Matrix getrimmte Sonnenbrillen und den aus "Last Boy Scout" bekannten und immer wieder gern gesehenen "Poolcrash" wieder. Zusammen mit der überspitzten, klischeestrotzenden Coolness der Darsteller mitunter einfach nur peinlich, vor allem für den deutschen Film und sein Ansehen im Ausland allgemein.
"Hai Alarm auf Mallorca" passt so perfekt zum Bildzeitungsniveau unseres Kultursenders RTL, daß man allein darüber schier endlos verachtend spotten könnte. Spätestens wennn Carsten Spengemann mit langen Haaren und Drei-Tage-Bart durchs Bild hüpft kann das Gelächter wohl nicht mehr unterdrückt werden und die Läster-Party vor dem heimischen TV beginnt langsam auf Hochtouren zu kommen. Unweigerlich kam mir der dringende Wunsch in den Sinn, daß "Elster" Spengemann die Filmrollen doch bitte hätte klauen sollen um uns diese zelloloid-gewordene Peinlichkeit zu ersparen :) Schade, daß ihm hier offensichtlich der Erfolg versagt blieb...
Ralf Moeller stellt, abgesehen von den ihn ebenfalls zumüllenden Klischees, noch die besten schauspielerischen Leistungen - wobei auch er nicht über den unteren TV-Durchschnitt herausragen kann. Kultverdächtig, und das nicht unbedingt im positiven Sinne, ist einzig der Auftritt Ottfried Fischers als philosphierender Grillmeister - Lacher garantiert. Der Rest vom Cast bewegt sich auf Soap-Niveau und ist keiner weiteren Erwähnung wert. Selbst die schnuckelige Jeanette enttäuscht - allerdings nicht aufgrund fehlender Sprechrolle, sondern weil sich nicht zeigt wie Gott sie schuf :P Gerade das hätte doch zu RTL gepasst wie die Faust aufs Auge und hätte so manchen glücklich gemacht ^^

Zum Film an sich lässt sich noch sagen, daß er in absolut keinster Weise auch nur annährend an das Spielberg-Vorbild heranreichen kann. Man hat es nicht mal fertig gebracht halbwegs spannende Hetzszenen mit dem fetten Urhai zu schaffen, stattdessen erstickt die gebotene Action in armseeligen Cobra11-Stunts, wenig berauschenden Haitricks und Tonnen von Logikfehlern und unrealistischen Szenen. Die Krönung aller Absurdidäten bleiben jedoch die peinlichen, aber für RTL leider bezeichnenden, Sprachfehler. Nichtmal der deutschen Sprache scheinen die Macher Herr gewesen zu sein! So finden sich Kuriositäten wie ein "Still gestanden!" eines Verfolgers anstelle eines "Stehen bleiben!" oder kreative Meisterleistungen vom Schlage eines "Confidential Media" auf einem Computerbildschirm.
Über das Niveau der sonstigen Dialoge will ich mich garnicht weiter auslassen: Die Palette reicht auch hier von abgrundtief peinlich-prollig bis völlig sinnentstellend und schlicht fehl am Platze (finale Helicopterjagd).

Eigentlich habe ich bei diesem Machwerk der untersten Schublade nur noch Daniel Küblböck, Bärbel Schäfer und die Witwe Gsell vermisst. Dann wäre zumindest der komplette Bodensatz der Zivilisation in einem Film vereint ;)
3 Punkte kann "Hai Alarm" einzig noch aufgrund seiner netten Schauplätze und der mit Einschränkungen soliden Optik über die Ziellinie retten. Der Rest geht im Morast der totalen Belanglosigkeit und peinlich-prolligen Anspruchslosigkeit gnadenlos vor die Haie...

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