Ein Review über diesen gebügelten RTL-Quark zu schreiben, ist eigentlich zuviel der Ehre, aber wenn man es schon gesehen hat, kann man auch gleich die Menschheit warnen.
Also: der vielgepriesene „Haialarm auf Mallorca“ entpuppt sich erwartungsgemäß als schlechtes „Jaws“-Ripoff, dem man noch ein paar Elemente aus „Deep Blue Sea“, wie z.B. die Suche nach dem Krebsheilmittel beigemischt hat.
Man hat die effektivsten Bauelemente einfach mal zusammengeklatscht, das große böse Tier, die skrupellose Forschungsfirma, ein starker Hubschrauberpilot mit trauriger Vergangenheit bzw. vom Untier gefressener Ehefrau, eine renitente Tochter, tanzende Jugendliche im Hormonwahn und...ja...Ottfried Fischer, der allerdings in den „Weißer Hai“-Filmen nur im zweiten Teil als gestrandeter Wal vorkam.
Ralf Möller, des kleinen (deutschen) Mannes Arnold Schwarzenegger müht sich sichtlich darum, deutsch zu sprechen und kaut ironischerweise auf einem amerikanischen Akzent herum, der so dick wie Torf ist. Sein Töchterlein ist schnuckelig und macht einen knackigen Majorkiner an, der allerdings mit der Bitch vom Dienst verbandelt ist. Und Ralfies bester Freund ist der Chief of Staff bei der Ortspolizei und hat eine krebskranke Gattin. Das wäre jedoch alles nichts ohne das geheimnisvolle Hai-Institut, in dem unser aller Lieblingsknastlesbe Kathy Karrenbauer nicht mal ansatzweise versucht, in einer Szene nicht so wie der Bad Guy auszusehen.
Und drüber gestreut gibt’s Action, Action, Action aus der bestmöglichen TV-Produktion, Hubschrauberflüge, Autorennen und ein paar Prügeleien, bei denen Möller trotz Mega-Body ständig auf die Fresse bekommt. Immerhin provoziert das ein paar seiner lustigsten Grimassen.
Wäre ja noch ordentlicher DVD-Schrott, wären da nicht ein paar unsachliche Kleinigkeiten: zunächst mal ist dieses Machwerk voll von den beknacktesten Amateurdialogen seit Christi Geburt, dann gibt’s ein paar extreme Logikuntiefen (die streng geheimen PC-Paßwörter auf dem Freßbrett in der obersten Schublade, ein Megalodonzahn wie aus der Faschingsabteilung (die Viecher haben übrigens vor 100.000 Jahren NICHT mehr gelebt, Leute!), ein kleines Tauziehen per Heli mit dem Riesenvieh und so fort...); dann füllt sich der Film streckenweise mit Teeniegewimmel aus der GZSZ-Schmiede, welches wohl auch die Zielgruppe sein soll; außerdem ist der Müll extrem blutarm und kommt mit schauerlich getricksten Actionsequenzen rüber. Kleinere filmgeschichtliche Zitate (Sonnenbrillenwurf aus MI2; Smart-Autojagd aus „Italian Job“) gibt’s als Extra.
Hab ich noch was vergessen?
Ach ja, der Hai!
Der, für den das Team 22 Monate oder so rumgetrickst hat.
Ich hab ihn vergessen, weil die Filmemacher ihn wohl auch vergessen haben. Zwar haben sie ein paar gewöhnliche Haie recht ordentlich animiert (obwohl die Viecher anscheinend den Turboboost im Arsch haben), aber wenn es ans Megalodon geht, sehen wir nur Schatten, Flossen oder Spiegelungen oder noch besser: subjektive Perspektive.
Das Vieh variiert dann auch noch geschickt seine Größe, je nach Szene und ist nur ganze zweimal halbwegs sichtbar, einmal beim Karrenbauermampfen (vorderes Drittel) und beim finalen Sprung auf den Heli zu (ungefähr 1 Sekunde lang).
Was mag da so lange gedauert haben, vielleicht ja das Hochladen des neuen Speichers oder die Installation der neuen Maus, der Hai kanns nicht gewesen sein..
Daß das Megalodon dabei so aussieht wie ein ganz gewöhnlicher Hai aus der Jetztzeit, nur größer, ist ja wohl selbstverständlich.
Was bleibt, ist erlesener Soap-Käse, Ottfried Fischer mit einer zähen Comedyperformance, für die man besser Atze Schröder verpflichtet hätte (der wär auch gut für die Hauptrolle gewesen) und ein Gesangsauftritt von Popmäuschen Biedermann, die mit den kürzesten Hotpants seit Erfindung der Windhose immerhin in Erinnerung bleibt. (2/10)