Story:
Der Kameramann Masuoka (Shinya Tsukamoto, der seine Rolle absolut überzeugend spielt) wird von einer Obsession getrieben: Das Geheimnis echter Angst. Nachdem er einen bizarren Selbstmord in einer U-Bahn Station gefilmt hat, stösst er auf eine Tür, die zu tiefer gelegenen, verborgenen Schächten führt. Neugierig macht er sich an den Abstieg und findet eine verwilderte junge und nackte Frau (Tomomi Miyshita), die er mit in seine Wohnung nimmt.
Meinung:
Marebito wurde in vier Tagen für nur 50.000 Euro gedreht, ist aber auch kein Kassenschlager geworden. Den hat Regisseur Takashi Shimizu dafür mit dem US-Remake (THE GRUDGE) seines eigenen Hits JU-ON fast zeitgleich abgeliefert. Gewisse Ähnlichkeiten zwischen den Filmen lassen sich nicht verneinen, z.B. Spoiler:
die Fahrstuhlszene mit dem kreidebleichen Mädchen hinter Masuoka., dennoch entstand mit Marebito doch kein weiterer 08/15 Horrorfilm, sondern ein schockierendes Psychodrama mit teils abartigen Szenen. Splattereffekte braucht man aber nicht erwarten, die Goreszenen lassen sich an einer Hand abzählen. Dennoch beeindruckt der Film - vor allem gegen Ende - durch die abstossenden Fantasien und Gedanken, die einem im Kopf beim Betrachten der wenigen blutigen Szenen entstehen. Obwohl man das so auch nicht sagen kann, es wird ja sprichwörtlich literweise Blut abgefüllt.
Der Film wird recht langsam erzählt. Man sollte also nicht direkt abschalten, auch wenn es einem erst langweilig vorkommt. Nach einer knappen halben Stunde findet Masuoka erst die Frau, nach rund einer Stunde findet er das finstere Geheimnis von ihr heraus. Bis dahin passiert nicht viel, dafür wirkt aber die finstere Atmosphäre beklemmend. Die irre Auflösung erfährt man dann "mal eben" ca. zehn Minuten vor Schluss.
Mir hat der Film ganz gut gefallen, vor allem da er sich vom Horroreinheitsbrei abhebt!
Da die Aufnahmen zu einem grossen Teil tatsächlich mit Videokameras gemacht wurden, ist natürlich kein Spitzenbild vorhanden, was aber wiederum genau so gewollt ist. Der Sound ist ebenfalls nicht gerade weltbewegend, der 5.1 Sound bleibt unauffällig.
Film: 7/10