Marebito (2004)
Den Kameramann Masuoka treibt eine Obsession: Er will wissen, was echte Angst ist - und wohin sie einen führen kann. In der U-Bahn filmt er zufällig einen bizarren Selbstmord, bei dem sich ein Mann mit einem Messer die Augen aussticht. Gebannt betrachtet Masuoka diese Szene wieder und wieder vor dem Monitor und entdeckt, dass der letzte Blick des Selbstmörders auf einen bestimmten Punkt fixiert ist: auf eine Tür im tiefer gelegenen U-Bahn-Schacht. Masuoka macht sich sofort auf und gelangt durch diese Tür in labyrinthische Katakomben. Dort findet er eine verwilderte junge Frau, die nackt an einem Felsen gekettet ist. Erschreckt und fasziniert zugleicht nimmt Masuoka die Frau mit zu sich nach Hause...
Regisseur „Takashi Shimizu“ der gleich nach seinem Klassiker „The Grudge - Der Fluch“ das Drehbuch von „Chiaki Konaka“ Marebito verfilmte und 4 Jahre darauf auch als Darsteller beim Splatter Meisterwerk „Tokyo Gore Police (2008)“ mitspielte, ist ein Film gelungen, der asiatischer nicht sein kann. Denn solch Filme können einfach nur vom Duktus her aus Asien, speziell hier aus Japan kommen. Im Gegensatz zum klassischen Geisterhorror und expliziten Torture Porn, schlägt „Marebito“ im Genre neue Wege ein, die einen surrealen Mystery Horror Thriller gleichen. Ob nun mehr Drama, mehr Horror oder mehr Thriller Elemente vertreten sind, muss der Zuschauer selbst entscheiden. Was aber feststeht, ist, dass der Film intelligent inszeniert wurde. Thematiken wie: „Theorie der holen Erde“, „Garten Agartha in Tibet“ zeigen spirituelle wie esoterische Anspielungen aber auch H. P. Lovecraft „Berge des Wahnsinns“ bringt man mit ein und überzeugten in der Umsetzung visuell ansprechender Bilder. Alte Ruinen statt, nicht schlecht umgesetzt.
Die Story ist überwiegend im Selbstporträt erzählt. Ein Mann, der auf der Suche nach dem wahren Schrecken ist. Seine Kamera stets dabei und einsatzbereit um die „Realität“ zu filmen. Er geht in die Unterwelt, kommuniziert mit Geistern, findet ein nacktes Mädchen und nimmt sie mit an die Oberwelt. Problem sie ernährt sich von Blut. Der Wahnsinn in Form von psychischer Schizophrenie kristallisiert sich immer mehr und die Realität könnte realer nicht sein… Abstrus und verworren kommt die Story daher, aber das in Kombination mit surrealen Bildern, die teils an Found Footage Wackelkamera erinnern und teils an kunstvollem Anspruchskino machen „Marebito“ zu einem durchaus interessanten Genre Beitrag. Hat funktioniert.
Die Umsetzung ist aus kreativer wie technischer Sicht gelungen. Wobei einigen die Langatmigkeit und zähe aufstoßen könnte. Der Film zieht sich etwas, hält aber die Spannung und überzeugt durch eine minimale Atmosphäre. Wirklich gruselig ist er nicht, aber dafür gibt es etwas Blut zu sehen, was die FSK 18 erklären könnte. Die Effekte sind gut und die Besten Szenen dürften jene in der Unterwelt in der alten Ruinen Stadt gewesen sein. Wobei die restlichen Filmsets auch nicht schlecht waren. Für das minimale Budget, großes asia Kino. Kein Meisterwerk aber okay.
Schauspielerisch hat der asia Thrill auch so weit funktioniert. „Shin'ya Tsukamoto“ und auch „Tomomi Miyashita“ spielte die Rollen souverän und authentisch.
Subjektiv hat mir der doch recht unbekannte Film gefallen, aus dem Grund, da er mal was anderes zeigt als das typische Geister Horror Filmchen aus dem asiatischen Raum. Intelligent, netter Score, interessante Thematik, gute Umsetzung usw. Klein aber fein. Konnte mich unterhalten.
Fazit:
Suchst du den Wahnsinn? Dann wirst du ihn thematisch in Marebito ganz real finden. Asia Kino das interessant verpackt inszeniert wurde. Kann man sich definitiv anschauen.
Bewertung:
7 / 10 Punkten.