Eine blasierte Künstlercrew durchreist die Abgeschiedenheit auf der Suche nach originalgetreuen Schauplätzen für das Horrorshooting. Bei dem Schloss eines verschrobenen Adeligen (Mickey Hargitay) wird die Gruppe findig. Doof nur, dass der Geist des Scharlachroten Henkers, der im Mittelalter für seine Verbrechen in den Katakomben des Anwesens hingerichtet wurde, im Schloss herum zu spuken scheint…
BLOODY PIT OF HORROR – ein aus heutiger Sicht sicherlich etwas antiquierter, schrulliger Horrorstreifen. Für Liebhaber aber dennoch sehenswert und auch filmhistorisch nicht ganz uninteressant. Der Plot basiert dem Film zufolge auf einem Roman von Marquis de Sade, weshalb der Schinken auch mit der Texttafel „My Revenge Needs Blood“ (angeblich ein Zitat des Marquis!?) beginnt. Unter den Akteuren finden sich etliche aufreizende Damen, die heute natürlich kein Aas mehr kennt (u.a. Femi Benussi und Barbara Nelli). Als das große Sterben im Schloss losgeht, ist man zunächst geneigt deutliche Parallelen zu modernen Slasherfilmen zu erkennen, muss sich dann aber korrigieren und den Film doch als Vorläufer des heutigen Tortureporns eingruppieren. So verschleppt der hiesige Killer – ein überdrehter Muskelprotz mit Zorro-Maske, Leggings und eingeöltem Body, der sich selbst „Crimson Executioner“ nennt und von sich auch nur in der 3. Person spricht – seine Opfer in den Folterkeller des Schlosses, wo die Akteure in diverse Foltergerätschaften gespannt werden, wie man das eben auch aus SAW kennt. Zum Einsatz kommen Nagelbrett, Quetschvorrichtung, Eiswasser, Streckbank, Eiserne Jungfrau, heißes Pech… es wird wahrlich kein einziges mittelalterliches Folterinstrument ausgelassen. Highlight der Folterkunst ist eine besonders ausgebuffte Apparatur: Eine Dame wird in ein überdimensionales Spinnennetz gespannt – bei Berührung der Seile feuern Armbrüste ab und eine Plastikspinne mit vergifteten Beißern stellt ein zeitliches Ultimatum.
Aus heutiger Sicht ist BLOODY PIT OF HORROR eher als liebenswerter Trash zu betrachten. Allein der Crimson Executioner – irrewitzig verkörpert von dem damaligen Mr. Universum und Jane-Mansfield-Exmann Mickey Hargitay – stimuliert ordentlich die Lachmuskeln und erinnert mit seinem tuffigen Cape, dem homo-erotischen Beinkleid und den Matrosen-Handlangern eher an DC’s Flash auf Abwegen oder einen Bösewicht aus der BATMAN-Serie aus den 70ern als an einen ernstzunehmenden Folterknecht.
Dafür, dass Maske und Umhang des Schurken in knalligem Rot zur Geltung kommen, sorgt ein Verfahren, dass zu Beginn des Films als „Psychocolor“ angepriesen wird. Gemeint ist wohl das bei Nostalgikern beliebte Technicolor, das ein Jahr zuvor auch in Mario Bavas BLUTIGE SEIDE für farbenprächtige Unterhaltung sorgte.
Spannung: (+)(+)(-)(-)(-)
Gore: (+)(-)(-)(-)(-)
Eingeölter Zampano mit Zorro-Maske: (+)(+)(+)(+)(-)
Fazit:
Folterhorror für Nostalgiker. Jigsaw wäre stolz auf euch!