Mit einem Zitat des Marquis de Sade (auf dessen Ideen der Film angeblich basieren soll) beginnt "Bloody Pit of Horror" - "Meine Rache benötigt Blut!" Dererlei Zutaten hat der Film genug; sadistische Folterungen an denen de Sade Genugtuung hätte, viel Blut und natürlich Rache...
...denn in dem stimmigen Intro wird der königliche Vollstrecker, ein in scharlachroten Gewand Bekleideter von zwei Soldaten selbst vollstreckt - grausam waren seine Tötungen, so soll auch er grausam sterben - in einer Art "Eisernen Jungfrau". Jahre später kommt ein Team von blutjungen Models und unzähligen Fotografen in das Schloß um dort Fotosessions zu machen.
Anfänglich wird ihnen dies untersagt; der Schloßbesitzer der das Team durch Spiegelwände und Gucklöcher beobachtet, fühlt sich zu einer der Damen hingezogen - kennt er sie doch von früher. Doch keiner ahnt von dem Schicksal, das die Gruppe bald ereilen soll. Der psychisch kranke Schloßbesitzer Travis Anderson, ehemals muskelbepackter Laiendarsteller, hält sich für die Reinkarnation des Scharfrichters (dessen Geist unfreiwillig befreit wurde) und in seinem roten Strampelanzug
lehrt er die Eindringlinge das Fürchten ob vieler mittelalterlicher Folterinstrumente...
Dieser Eurotrash - Streifen kann in erster Linie durch seinen naiven Charme und den grandiosen Hauptdarsteller Mickey Hargitay aufwarten. Die Momente wo er im roten Kostüm auftaucht sind ungemein atmosphärisch und lassen ungefähr erahnen, wohin die Fetisch - Mode in den späteren Jahrzehnten hingehen wird.
Das knallrote hautenge Kostüm sieht jedenfalls extrem abenteuerlich aus. Die Outfits der Models sind für die damalige Zeit auch aufreizend, wenn auch hier die Frisuren die teilweise interessant wirkenden Damen etwas unschön erscheinen lassen.
Das Schloß als Dreh- und Spielort ist gut gewählt; es wirkt rustikal und stimmig mit seinen Dekors, auch wenn diese 60er - typisch etwas bunter ausfallen. Besonders die Farbe Rot wird hervorgehoben (zwar nicht so extrem wie in Bavas "Blutige Seide", aber trotzdem oft). Hauptaugenmerk: die Folterkammer besticht durch Detailreichtum der Foltergeräte und raffinierten Werkzeuge. Aber auch sonstige Ausstattung ist gut gewählt und passend.
Die restlichen Darsteller machen auch einen guten Job; wenn auch manche nur oberflächlich bleiben und dem "Henker" als Opfer dienen. Besonders witzig sind die Zickereien der Models untereinander oder Momente aufkeimenden Feminismusses: so versucht ein Fotograf eine Szene etwas erotischer zu gestalten (indem er wenige Zentimeter Stoff enthüllen will), bloß das Model will nicht mitspielen...
Die Effekte sind einfach, aber krude. Splatterszenen als solche gibt es selten;
meist bleibt es bei einigermassen blutigen Details der Opfer oder fiese Foltereinlagen. Auch dauert es ein wenig bis der "Crimson Executioner" sein Unwesen treibt. Dann aber wird Atmosphäre großgeschrieben - die minutenlangen, dutzenden Folterungen strotzen nur so vor Sadismus und Einfallsreichtum; Spannend ist der Film aber nur bedingt, auch wenn der Soundtrack immer stimmig ist.
Insgesamt eine Empfehlung!