7
Erstaunlich, was die Leute früher einmal als gruselig empfunden haben - wenn dem denn auch wirklich so war. Die eigentlich viel zu angestaubte Nummer mit dem gammeligen Schloss voller Folterinstrumente im Keller macht aber unerwartet viel Spaß. Sobald nämlich der komplett wahnsinnige und unfassbar narzisstische Schlossherr einmal loslegt und mit knallroter Henkerskapuze auf der Rübe foltert, was das Zeug hält, sorgt dessen Energie auch für Begeisterung beim Betrachter. Dabei legt dieser muskulöse Geisteskranke auch eine erstaunliche Kreativität an den Tag: Das riesige Spinnennetz mit dem künstlichen Achtbeiner und den Pfeilmechanismen, die beim Berühren der Spinnenfäden ausgelöst werden, ist herrlich absurd und hat in seiner Komplexität fast schon SAW-artige Züge. Die kernige Synchro und der Enterprise-mäßige Säuselgesang als Score tun ihr Übriges. Ja, so kann ich mir alten Eurohorror geben.
7
Böser Folterknecht rippt arme Fotomodelle... Erinnern die stimmungsvollen Sets und die gruselige Haunted House-Atmosphäre noch an die Werke von Regie-Meister Mario Bava, so setzt "Scarletto" ordentlich einen drauf, was den Sex´n´Violence-Pegel anbelangt: Für damalige Zeiten von überdurchschnittlich hohem Härtegrad, ist es auf jeden Fall interessant, welche späteren Filme (von "Mark of the Devil" bis "Saw") aus diesem Italo-Chiller zitieren. Leider kam dieser kleine aber feine Schocker nie über einen gewissen Kultstatus hinaus, obwohl er in Hinblick auf seinen cineastischen Einfluss durchaus von Bedeutung ist.