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Der Schauplatz: ein heruntergekommener Strippschuppen am Rande von Nirgendwo namens Go-Go-Saurus (benannt nach den riesenhaften Saurier-Skulpturen, die auf dem Gelände herumstehen). Die Personen: da wären einmal die drei süßen Stripperinnen: die übermüdete, flachbrüstige Crystal (Misty Masters of Horror: Sick Girl Mundae aka Erin Brown), die aufgrund einer Sehschwäche tollpatschig herumstolpernde Trix (Erika The Sexy Adventures of Van Helsing Smith), und die ständig zugedröhnte, mir-ist-das-alles-sowas-von-egal Amber (Caitlin Shock-O-Rama Ross). Der Laden gehört - noch - dem hochverschuldeten Ralph Vivino (Michael R. Thomas), doch die eiskalte Geschäftsfrau Teresa (Julian Dr. Jekyll & Mistress Hyde Wells) sieht sich schon als neue Chefin. Ebenfalls mit von der turbulenten Partie sind die kampferfahrene Barkeeperin Gina (Sylvianne Chebance), der psychopathische DEA-Agent Myles McCarthy (John Paul Fedele) und der etwas einfältige Kammerjäger Terence "Buzz" O'Reilly (Rob Monkiewicz), der das Übel beseitigen soll. Das Übel: mit einer Kiste genmanipuliertem Marihuana werden seltsam mutierte, überdimensionale und ziemlich bösartige Käfer (man achte auf die fiesen Fressen der Biester!) eingeschleppt, deren Bisse (un)angenehme Nebenwirkungen haben. So wandelt sich die Persönlichkeit der gebissenen Menschen ins exakte Gegenteil (eine Heterosexuelle mutiert zur aggressiven Lesbe, eine schüchterne Stripperin zur ramboesken Kampfamazone, usw.), allerdings kann der Biß auch schon mal eine grausige Mutation in Gang setzen.
Das Konzept ist so alt wie beliebt und funktioniert schon seit den 1950er Jahren: kleine Tiere ganz groß (und ziemlich schräg drauf)! Zugegeben, so groß sind die Kreaturen in Brett Pipers Bite Me! nun auch wieder nicht, aber sie sind definitiv groß genug, um für ordentlich Wirbel zu sorgen. Animiert wurden die lustigen Käfer mittels der altgedienten Stop-Motion-Technik, und das gar nicht mal schlecht. Da diese Animationstechnik aber Unmengen an Zeit verschlingt (mehr als einige wenige Sekunden Filmmaterial pro Tag ist nicht drin), ist das bissige Geziefer leider nicht so oft zu sehen, wie man es sich wünschen würde. Nichtsdestotrotz kann sich das Ergebnis sehen lassen. Natürlich ist Bite Me! ein waschechtes B-Movie mit allen Eigenheiten und Einschränkungen: es gibt im Prinzip nur eine Location, die Schauspieler chargieren zum Teil fürchterlich, die Effekte sind billig, die Dramaturgie ist holprig, und der T&A-Faktor reicht für zwei oder gar drei Filme. Aber das Teil macht einfach großen Spaß, sieht gut aus (was auch auf die unverbrauchten Schauspielerinnen zutrifft), ist flott in Szene gesetzt, hat einige köstliche Dialoge zu bieten, und sprüht bisweilen vor Charme (die Matte-Shots der Saurier sind zum Niederknien!). Daß es zu einem richtigen Knaller á la Eight Legged Freaks nicht reicht, liegt wohl am irrsinnigen Budget-Unterschied (ich kenne das genaue Budget zwar nicht, aber ich vermute mal vorsichtig, daß dreißig bis fünfzig Bite Me!s einen Eight Legged Freaks ergeben). Bite Me! ist jedenfalls eine sehr nette Horrorkomödie, die das Herz am rechten Fleck hat und für fünfundachtzig sympathisch-kurzweilige Minuten sorgt. Und da dieses launige und gewitzte B-Movie auch gar nicht mehr will, bleibt abschließend nur zu sagen: gut gemacht, danke, setzen.

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