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Misty Mundae ist ein unbeschreibliches Phänomen und sie ist Darstellerin in Erotikfilmen, was für den ein oder anderen eine Begründung sein könnte, bisher keinen ihrer über 60 Filme gesehen zu haben. Ich habe vor Kurzem geschrieben, daß mich Pornos nur wegen der Dialoge interessieren und so kommt es mir entgegen, daß Misty nicht nur schon auf Standbildern eine süße Puppe ist, sondern sich im Softcorebereich einen Namen gemacht hat, wobei sich hier einige Perlen zu verbergen scheinen, Bite Me! steht zum Beispiel auf meiner Wunschliste. Nun klingt ein Titel wie Vampire Strangler ja auch gar nicht so schlecht, aber...

Man stelle sich eine surreale Abwandlung eines Youporn Videos vor, in dem es nicht zur Sache geht. (Kunstpause, bitte Luft holen) Wenn die Rumänin Lydia (Misty Mundae) zu ihrem Cousin (William Hellfire) in die USA zieht, wo die beiden in den Sog von Gier nach Blut und Sex geraten, dann könnte irgendwie doch Potential darin stecken. Für Regisseur und Darsteller William Hellfire beschränkt sich dies auf die unerotischste Handkamera, die ich je gesehen habe und die Kunst sich weder auf eine Handlung, nacktes Fleisch oder gar Grusel zu konzentrieren.
Misty wird in der Wanne gewürgt. Das wirkt nicht brutal, ja nicht mal lächerlich, das wirkt unbeholfen. Die Sequenz gibt es dann nochmal in grün und die Kulisse erinnert fortan an einen Band Proberaum. Misty und Macker fummeln. Warum die Darsteller so demonstrativ bekleidet bleiben ist eine berechtigte Frage. Einen Anflug von Story bringt dann ein völlig sinnlos vor dem Haus skandierender Voodoo Priester. Eigentlich ist das aber auch keine Geschichte, sondern der Grund für einen Lachanfall. Besonders wenn Cousin den Herren hinein zum Tee bittet und Misty - bisher so züchtig bekleidet - auf einmal keine Probleme hat, oben ohne auf dem Sofa zu hocken. Als eine Auflösung kann man den konfusen Verlauf dann auch nicht mehr bezeichnen. Der Titel Vampire Strangler wird jedenfalls sehr stiefmütterlich umgesetzt, obwohl dieser wohl die einzige Vorgabe war. Von einem Drehbuch kann man nicht sprechen.

Deleted Scenes klären uns später darüber auf, daß es bei den Dreharbeiten des Films auch zu expliziter Fugenschlemmerei gekommen ist und Misty - was wohl eher zu den raren Momenten vor der Kamera gehört - genüßlich am Pullermann schnullert.
Berechtigte Frage: Wenn man so Material schon dreht, warum packt man es dann nicht in einen Film, der eh nichts zu bieten hat? Klar, das Ausgangsmaterial ist technisch teils noch schlechter als der übrigens stümperhaft montierte Film, aber das hätte den Kohl nun wirklich nicht mehr fett gemacht.
Vielleicht macht dieser Umstand Vampire Strangler für extreme Misty Mundae Fans ja noch interessant. Ansonsten könnte auf dieses Video die Unterschrift passen, die Myspace Nutzer oftmals ihren Bildern geben "Uns war langweilig". Ja, dieser Film wirkt, als hätten die Macher gerade nichts besseres zu tun gehabt und ja, er erzeugt bei seinem Betrachter leider die gähnende Langeweile, die ich dem Team damit unterstelle gehabt zu haben. Vielleicht sollte ich auch mal eine Kamera zur Hand nehmen. Nur hab ich die Ideen und die hatten Misty Mundae. Die Welt ist ungerecht. Aber der Voodoo Man, der hatte was.

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