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Dora Baldini, ihr Mann Bruno und der Sohn Marco aus erster Ehe ziehen in das alte Haus ein, in dem Dora früher schon einmal wohnte, bis ihr drogenabhängiger Mann sich das Leben nahm. Zunächst scheint es wie geschaffen für die junge Familie, doch schon sehr schnell wird Dora von der schrecklichen Vergangenheit eingeholt. Dass ihr Arzt Dr. Aldo Spaldini (Ivan Rassimov) sie für wieder intakt hält, nützt ihr nur wenig und ihr Lebenspartner ist als Pilot viel unterwegs. Der kleine Marco hingegen verändert sich auf höchst eigenartige Weise, einerseits seine Mutter für sich beanspruchend, andererseits wie ein Dämon. Höchst einfallsreich setzt David Colin Jr. den kleinen, besessenen Fiesling in Szene, außer Telekinese und voodooähnlichen Experimenten, mit denen er seine Familie terrorisiert, ist nichts mehr von dem braven, kleinen Jungen übrig. Die Details zu verraten, würde dem Film viel nehmen, denn neben der guten Kameraarbeit und den SFX sind es die Schocks, die den Kick verursachen. Die Story ist zwar solide und die Darsteller sind durchaus bemüht (Daria Nicolodi mal ausgenommen), für einen der ganz großen Gruselklassker reicht das jedoch nicht. Was "Shock" bieten kann, ist eine starke zweite Hälfte mit toller Gruselhausatmosphäre und einigen gelungenen Ideen, um am Nervenkostüm der Charaktere und des Zuschauers zu rütteln. Dazu braucht der Altmeister eine ganze Weile, denn er baut langsam, aber stetig die Spannung auf, die in einem unerwarteten, grandiosen Finale endet. Auch wenn sich Ähnlichkeiten zu "Exorzist" "Omen" oder "Amityille" finden lassen, ist die Inszenierung von Mario und Lamberto Bava eigenständig und stimmungsvoll gelungen. Die Filmmusik ist klassischer Italo-Horror-Stoff, das Gesamtwerk ist besser als jeder "Ghosthouse"-Teil. Dem Kenner erschließen sich bei solchen Werken die Einflüsse, die Mario Bava nicht nur auf seinen Sohn, sondern auch auf Filmer wie Argento hatte. Gekonnte Ausleuchtung, kombiniert mit ausgefallener Kamera und unvermittelt blutigen Szenen sind nur allzu typisch und unverkennbar in diesem Spätwerk vom Maestro des Makabren.

Fazit: Trotz einiger Anlaufprobleme ein überdurchschnittlicher Grusel-Horror mit innovativen Ideen und filmischen Mitteln. 6/10 Punkten

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