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Obwohl auf wahren Tatsachen beruhend, erweist sich „One Tough Cop“ als eher dröger Vertreter der Cop-Thriller. Regisseur Bruno Barreto („View from the Top“) gelang es leider nicht den hochdekorierten New Yorker Cop Bo Dietl, der Gerüchte zufolge wirklich Kontakte zur Unterwelt pflegte, als eine Ausnahmepersönlichkeit im New Yorker Polizeiapparat festzuhalten, musste sich aber wohl auch dem knappen Budget geschlagen geben. Verkörpert muss den Cop nämlich ein ausdrucksloser und abgehalfterter Stephen Baldwin („Xchange“, „Firefight“), der sich heute angesichts aktueller Rohrkrepierer wie „Target“ glücklich schätzen würde, in solch professionell inszenierten Filmen überhaupt mitspielen zu dürfen. Nunja, Zeiten ändern sich.

„One Tough Cop“ hat leider in keiner Weise Neues anzubieten und schildert das kaputte Leben der beiden Polizisten und Partner Bo Dietl (Baldwin) und Duke Finnerly (Chris Penn, „Corky Romano“, „Best of the Best“). Dietl wuchs in selbem Viertel auf, in dem er jetzt Dienst schiebt und verkehrt deshalb von klein auf mit diversen Mafiosos. Er gehört praktisch zur Familie, an seinem Beruf stört sich keiner. Er feiert mit ihnen und ist mit ihnen befreundet. Als das FBI während der Überwachung eines Familientreffens eher zufällig über ihn stolpert, setzt es ihn unter Druck. Entweder er spitzelt für sie oder verliert Job wie Pension. Zu allem Überfluss muss der in Bedrängnis geratene Cop zudem noch auf seinen saufenden und tief in Spielschulden steckenden Kumpel Duke aufpassen...

Das sind alles so typische Großstadtcopprobleme, die sich dann auch noch in den Standardlocations wie Hinterhof und Kneipe wiederfinden lassen. Träge erzählt und, mal abgesehen vom dramatischen Anfang, ohne Spannung plätschert „One Tough Cop“ ereignis- und ziellos vor sich hin. Ein richtiger Plot will gar nicht Fuß fassen. Trotz ihrer drohenden Entlassung setzen die beiden Cops alles daran den Mord an einer Nonne (natürlich vorher von 2 Negern vergewaltigt...) aufzuklären und übertreten dabei auch schon mal das Gesetz. Nur werden sie sich anschließend nicht im Ruhm sonnen können, weil ihr Vorgesetzter dem Ermittlungsleiter im Arsch steckt und dieser sich vor der Presse ganz großspurig lobpreist.

Als Abgesang auf den resignierenden Großstadtbullen mag „One Tough Cop“ bisweilen brauchbar sein, doch statt echten Figuren gibt es nur platte, leblose Abziehbilder. Dietl vögelt später mit der Freundin (Gina Gershon, „Driven“, „Face/Off“) seines besten Freundes, Duke reitet sich, bis es zum großen Knall kommt, mit seiner Alkohol- und Spielsucht immer tiefer in die Scheiße.
Bis dahin folgt der Film leider völlig vorhersehbar den bekannten Formeln solcher Copdramen. Klischee wird an Klischee gereiht und nicht mal ansatzweise will Spannung aufkommen. „One Tough Cop“ ist schrecklich einfalls- und belanglos gefilmt. Die Ermittlungen bestehen lediglich aus Informanteneinschüchterung, die kurzen Actionszenen enden fast immer mit dem Tod des Verdächtigen. Da steckt kein Leben im Film. Fast wie eine widerwillig heruntergekurbelte Auftragsarbeit sieht dieser öde Copthriller der B-Kategorie aus.


Fazit:
So bleibt „One Tough Cop“ auch eher etwas für die Genrekomplettisten, denn all’ dies hat man so oder ähnlich schon öfter besser gesehen. Die unterdurchschnittlichen Leistungen der Schauspieler passen sich dem langweiligen, unspektakulären und kaum Dramatik vermittelnden Plot problemlos an. In jeder Beziehung ein überflüssiger Beitrag, der einzig durch seine professionelle Inszenierung vor seinem Untergang gerettet wird. Ich bleibe bei ähnlich düsteren Cop-Thrillern wie „Narc“ – der hat im Gegensatz hierzu gute Schauspieler, Spannung und Atmosphäre zu bieten.

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