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Im Jahr 2055 sind Zeitreisen möglich. Die Firma "Time Safari" hat sich darauf spezialisiert, reiche Abenteurer 65 Millionen Jahre in die Vergangenheit zu schicken, um ihnen die Chance zu geben, einen leibhaftigen Allosaurus zu jagen. Allerdings gibt es dabei einige Regeln dringend zu beachten: Die Zeitreisenden dürfen nichts in der Vergangenheit verändern, da sonst das Zeitkontinuum völlig durcheinander geraten kann, und auf keinen Fall dürfen sie etwas aus der Vergangenheit mit in die Gegenwart nehmen. Bei einem Zeitsprung passiert es dann aber doch: Eine der Reisenden tritt auf einen urzeitlichen Schmetterling und nimmt ihn, ohne es zu merken, da er an seiner Schuhsohle klebt, mit zurück in die Gegenwart! Das hat katastrophale Folgen: Es gibt immer wieder neue "Zweitwellen", die die gegenwärtige Welt verändern. Dadurch verwandelt sich z. B. Chicago nach und nach in einen tropischen Regenwald, und es enstehen neue, gefährliche Tierarten wie echsenartige Riesenpaviane, Monsterfledermäuse und Seeungeheuer. Sonia Rand (Catherine McCormack), die Erfinderin des Zeitreise-Programms, weiß: Die letzte dieser Zeitwellen wird die Menschheit, wie wir sie kennen, vernichten. Travis Ryer (Edward Burns), einer der Scouts, die stets bei den Zeitreisen mit dabei waren, versucht nun alles, um das Zeitgefüge wieder in Ordung zu bringen, doch die Zeit drängt.....

So schlecht wie die meisten sagen, ist der Film wirklich nicht. Sicher, der CGI-Allosaurus, den die Zeitreisenden jagen, ist nicht gerade das Gelbe vom Ei und wirkt eher einer TV-Produktion entsprungen und nicht einem 80-Millionen-Dollar-Spektakel (so viel hat der Film angeblich gekostet). Die übrigen Monster, z.B. die Pavianechsen, sehen da aber schon wesentlich realistischer aus. Der Film ist über weite Strecken extrem dunkel, was einerseits vielleicht manche simple CGI-Effekte kaschiert, aber den ganzen Streifen auch sehr atmosphärisch und spannend macht. Dass die Story Humbug ist, ist klar: Wie jeder Zeitreise-Film ist auch "A Sound of Thunder" unlogisch wie nochwas (Wieso begegnen sich die Zeitreisenden 65 Mio. Jahre B.C. nicht, da sie doch immer an exakt derselben Stelle um exakt dieselbe Zeit exakt denselben Allosaurus erlegen? Das ist nur ein kleines Beispiel...). Die Grundidee des Films (der Schmetterlings-Effekt), die auf einer Kurzgeschichte des Science-Fiction-Autors Ray Bradbury (geb. 1920) basiert, ist jedenfalls sehr interessant. Zu den Darstellern: Charakterdarsteller Ben Kingsley ("Ghandi", "Schindlers Liste") gibt als Time-Safari-Besitzer Hatton eine herrlich kuriose Leistung ab, man kann ihm den Spaß, den er dabei hatte, ansehen. Die übrigen Hauptdarsteller (Edward Burns, Catherine McCormack) wirken nicht ganz so motiviert, spielen ihre Rollen aber durchaus sympathisch. Da der Film von den Deutschen mitfinanziert wurde, dürfen wir hier auch einige deutsche Stars bewundern (z.B. Armin Rohde, Heike Makatsch). Insgesamt ist der Film wirklich sehr sehenswert.

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