Jeder hat mal klein angefangen, auch Kevin Costner (Open Range, Waterworld) der in "Eine Pechschwarze Nacht" eine Nebenrolle als potentieller Verdächtiger übernimmt. Er hat nur ein paar Minuten Screentime, trotzdem wird auf der US-DVD fleißig mit ihm geworben. Diese Mischung aus Slasher und herkömmlichem Krimi ist bis heute ziemlich zu Recht unbekannt geblieben, Eintagsfliege Howard Heard ist nicht gerade ein Regisseur, der durch einen außergewöhnlichen Stil punkten kann. Gerade dies wäre von Nöten, da die 80er Jahre mit solchen Beiträgen überhäuft wurden.
Detective Rydell King (William J. Kulzer) hat alle Hände voll zu tun, denn ein Serienkiller der es auf junge Mädchen abgesehen hat, macht die Stadt unsicher. Nun scheint er es auf Judy Cole (Elizabeth Trosper) abgesehen zu haben, denn sie erhält diverse Drohanrufe. Ihr älterer Bruder Morgan (Shea Porter) verdächtigt sofort Judys Freund Billy (Julius Metoyer) und prügelt ihn halbtot. Aber die Morde gehen weiter, während Rydell mit Jimmy Scott (Kevin Costner) einen weiteren Verdächtigen in die Mangel nimmt. Schließlich wird Judy vom unbekannten Killer entführt, Morgen und auch Billy eilen zur Rettung.
Mal wieder hat es ein mysteriöser Killer vor allem auf Studentinnen abgesehen. Völlig in schwarz gekleidet inklusive Skimaske stapft er durch die Gegend und verbreitet dabei nur lauen Grusel. Seine Opfer tötet er größtenteils mit einem Messer, wobei sich Heard gerade hier sehr bedeckt hält. Die Morde verlaufen allesamt harmlos, auch an einer atmosphärischen Vorbereitung mangelt es. Nur der Mord im Schwimmbad ziemlich zu Beginn ist eine kleine Spannungsspitze, doch ansonsten kommt "Eine Pechschwarze Nacht" nie übers Mittelmaß hinaus. Die Charaktere sind jetzt nicht unbedingt so interessant, dass man mit ihnen richtig mitfiebern könnte. Da hätten wir Judy die nach dem Tod ihrer Eltern bei ihrem großen Bruder Morgan lebt, doch dessen Frau Helen (Dianne Hinkler) amüsiert sich hinter Morgans Rücken mit einem anderen Mann. Auch ist Morgan ein ziemlicher Rassist, der Judys Freund gleich in die Mangel nimmt, nur weil er eine andere Hautfarbe hat. Daneben versucht Rydell den Killer zu finden, richtige Ermittlungen finden nicht statt, so verhört man den armen Jimmy Scott bis zum geht nicht mehr. Dabei kann sich der Zuschauer schon mal ziemlich sicher sein, dass er nicht der Täter ist.
Und hier tritt ein weiteres Problem auf, denn richtig mitzuraten ist hier ein Unding. Wir haben kaum Charaktere die dafür in Frage kommen, die finale Auflösung ist dann tatsächlich eine kleine Überraschung, aber das Motiv des Täters soll wohl ein schlechter Scherz sein. So ist "Eine Pechschwarze Nacht" über die Distanz nicht unbedingt unterhaltsam, immerhin darf der Killer ein paarmal zuschlagen und die Morde verlaufen recht abwechslungsreich. Mal ein Messerstich in Nahaufnahme oder ein blutiger Einschuss, auf echte Goreeffekte muss man komplett verzichten, ein bisschen mehr Härte hätte dem Film nicht geschadet. Das finale Kidnapping von Judy und die anschließende Befreiungsaktion hätte man fesselnder gestalten müssen, dabei sind auch die Darsteller ein großes Manko. Wir haben es hier nicht mit Laien zu tun, aber gerade der Ausdruck von Gefühlen scheint hier schwer zu fallen. Da wird die beste Freundin grausam ermordet, doch Judy zeigt sich völlig gefühlskalt. Auch verpasst es Heard vielleicht mal eine falsche Fährte zu legen.
So bleibt eine leidlich spannende Mischung zwischen Slasher und Krimi mit schwach agierenden Darstellern. In vereinzelten Szenen kommt tatsächlich ein bisschen Grusel auf, richtig spannend oder blutig wird es nie. Auch storytechnisch vermag "Eine Pechschwarze Nacht" nicht richtig zu überzeugen, besonders das Motiv des Killers ist lächerlich. Im Gegensatz zu vielen anderen Genrevertretern ist dieser Streifen aber noch anschaubar.