Ein Wissenschaftlerin und eine Gruppe Soldaten erkunden mit dem Hubschrauber die Küste Floridas, wo sie lediglich Leichen und Untote vorfinden. Bei Rückkehr auf ihre Basis, einen militärischen Bunker, müssen sie feststellen, dass ein strenger, unerbittlicher Captain die Befehlsgewalt vor Ort übernommen hat. Während der Freund der Wissenschaftlerin immer panischer und unüberlegter agiert, stellen sich in der Basis, in der sich darüber hinaus Wissenschaftler aufhalten, die mit den Zombies experimentieren, immer mehr Konflikte und Auseinandersetzungen ein, wodurch sich immer mehr Angriffspunkte für die Zombies, die vor Ort eingesperrt sind, ergeben.
Nachdem George A. Romero mit "Die Nacht der lebenden Toten" dem Zombiefilm wieder zu einer festen Größe im Horrorgenre verhalf und anschließend mit "Zombie" beinahe so etwas wie ein Zombie-Epos ablieferte, das sich durch seine Konsumkritik, seine düstere Atmosphäre und seine gelungen konstruierten Charaktere auszeichnete, folgte 17 Jahre nach seinem ersten Zombiefilm und sieben Jahre nach dem Nachfolger schließlich sein dritter nennenswerter Beitrag zum Genre, der seinem Vorgänger in kaum etwas nachsteht.
Dies liegt vor allem daran, dass Romero seine Vision hier ein stückweit ausweitet und sich teilweise wieder neu erfindet. So werden die Charaktere auch hier durchaus konstruiert, aber deutlich oberflächlicher als bei den beiden Vorgängern, was jedoch nicht weiter stört, da sich Romero mit seiner Story vor allem einem neuen Aspekt widmet: den Hintergründen dafür, dass die Toten nicht mehr tot sind. So sind die Zombies hier nicht nur so etwas wie eine, im Grunde durchaus austauschbare äußere Gefahr, die die Menschen dazu zwingt, sich zu verbünden, um zu überleben, sondern ein wichtiges Element des Films. So wird durch die Wissenschaftler, die an den Zombies experimentieren ein bisschen was dazu preisgegeben, weswegen sie sich nicht wie normale Tote verhalten und weshalb sie lediglich durch das abtrennen oder beschädigen des Kopfes zu töten sind, wobei hier auch thematisiert wird, dass die Untoten nicht ausschließlich triebgesteuerte Bestien sind, sondern auch noch leichte Erinnerungen an ihr vorheriges Leben haben. Darüber hinaus lässt es Romero diesmal nicht aus, mitunter auch eine gewisse Empathie für die Untoten zu erzeugen.
Außerdem verabschiedet sich Romero von seiner Konsumkritik und zeichnet stattdessen ein wesentlich pessimistischeres Menschenbild, zeigt die inhumanen Handlungsweisen einzelner, die egozentrisch, opportunistisch und zu jedem Zeitpunkt rücksichtslos agieren, während die übrigen kaum eine Chance haben, sich der Autorität der bewaffneten Soldaten zu erwehren. Das kollektive Überleben wäre gesichert, würden alle Beteiligten zusammenarbeiten, aber die Menschen in der Basis scheitern daran auf ganzer Linie. So ist "Zombie 2" wesentlich radikaler und vor allem auf menschlicher Ebene düsterer als sein Vorgänger.
Leider ist "Zombie 2" streckenweise ein klein wenig brüchig erzählt und verliert daher punktuell immer mal wieder an Fahrt und ist darüber hinaus auch deutlich kürzer als der Vorgänger. Dafür gelingt es Romero auch hier mit der klaustrophobischen Situation im Bunker, der äußeren Bedrohung durch die Zombies sowie der düstern Umsetzung und der treffend ausgewählten Musik eine überaus gespannte, dichte Atmosphäre zu erzeugen, womit ein hoher Unterhaltungswert gewährleistet ist. Die Splatter-Sequenzen sind dabei vielleicht sogar noch etwas brutaler und expliziter als beim Vorgänger, gehören aber zur "gesunden Härte", die ein Genrefilm benötigt und verhelfen Romeros Kultfilm zu einem ebenso fundamental wichtigen, düsteren Flair.
Darstellerisch ist "Zombie 2" etwas schwächer als sein Vorgänger ausgefallen. So ist Lori Cardille in der Hauptrolle zwar nicht schlecht besetzt, löst die Aufgabe durchaus gelungen und ist dabei auch recht sympathisch, aber viele der übrigen Darsteller nerven mitunter ein wenig mit ihrem überzogenen Overacting, sodass man manchmal ganz froh ist, die abwesenden, ausdruckslosen Untoten beobachten zu können.
Fazit:
"Zombie 2" muss sich definitiv nicht hinter seinen gefeierten Vorgängern verstecken, da sich die Reihe hier gewissermaßen wieder neu erfindet und Romeros Film somit zu jedem Zeitpunkt auf eigenen Beinen steht. So zeichnet den Kultfilm, der seinen Status durchaus verdient, besonders seine dichte Atmosphäre aus, das deutlich pessimistischere Menschenbild, das hier gezeichnet wird sowie die zahlreichen Splatter-Szenen, die mit einem hohen Maß an Härte ebenfalls gut in den Film passen. Damit ist der Film nach wie vor sehenswert, auch wenn die Darsteller nicht so richtig überzeugen wollen und kleinere Längen vorhanden sind.
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